EU-Verlauf: Kaum verändert – Versicherer unter Druck

Paris – Die Verluste an den europäischen Aktienmärkten haben sich am Montag trotz der Nachwirkungen des Erdbebens in Japan in Grenzen gehalten. Der EuroStoxx 50 verlor 0,02 Prozent auf 2.883,21 Punkte. Für den Leitindex FTSE 100 in London ging es um 0,13 Prozent auf 5.821,15 Punkte nach unten, der Cac 40 in Paris büsste 0,09 Prozent auf 3.925,22 Punkte ein. Ein Börsianer führte die einigermassen freundliche Stimmung an den Märkten darauf zurück, dass ungeachtet der Naturkatastrophe die wirtschaftlichen Fundamentaldaten nach wie vor gut und die Liquidität hoch seien.

Unter Druck gerieten angesichts der immensen Schäden in Japan die Aktien von Versicherern. Der Stoxx 600 Insurance verlor 1,32 Prozent. Die Papiere der Swiss Re, des weltweit zweitgrössten Rückversicherers, verloren am Ende des Swiss-Market-Index (SMI) 3,62 Prozent auf 49,830 Franken. Zuvor hatte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide die versicherten Schäden, die durch das Erdbeben alleine an Gebäuden verursacht wurden, auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar oder 21,5 Milliarden Euro geschätzt. Die Ratingagentur Moody’s geht explizit davon aus, dass die Katastrophe in Japan die Erst- und Rückversicherer schwer treffen wird.

Verluste mussten auch die Papiere von Atomkonzernen hinnehmen, nachdem die Diskussion um die Kernkraft nach den Unfällen in japanischen Kraftwerken neu entbrannt ist. In Paris ging es für die Papiere des Kraftwerksbauers Areva um 9,02 Prozent auf 31,705 Euro nach unten. Die Titel des Stromriesen Electricite de France (EdF) büssten 4,53 Prozent auf 29,190 Euro ein. Die UBS verwies in einer Studie explizit darauf, dass der Konzern vor allem auf Atomstrom setze und die Titel daher besonders unter Druck gerieten. Die Schweizer Bank strich die EDF-Aktien von ihrer «European Key Call List».

In London zählten die Aktien von Burberry zu den grössten Verlierern, sie verbilligten sich um 4,77 Prozent auf 1.118,00 Pence. Experten gehen davon aus, dass sich nach dem Erdbeben das Konsumklima in ganz Japan eintrüben wird. Das wiederum würde die Hersteller von Luxusgütern treffen. Entsprechend ging es in Paris auch für LVMH um 3,64 Prozent auf 106,000 Euro nach unten.

Unter den grössten Gewinnern waren in London die Titel von Aggreko mit einem Plus von 5,97 Prozent auf 1.491,00 Pence. Der Konzern vermietet mobile Generatoren und dürfte daher von den Engpässen bei der Stromversorgung in Japan profitieren.

Jenseits des Erdbebens in Japan verloren Renault 3,04 Prozent auf 39,510 Euro. Börsianer verwiesen auf einen Bericht der Zeitung «Le Figaro». Demnach soll es bei dem Autobauer am Nachmittag eine ausserordentliche Sitzung des Kontrollgremiums geben. Es wird spekuliert, dass dies im Zusammenhang mit der angeblichen Spionage-Affäre in dem Konzern steht. Dem Vernehmen nach wackelt der Stuhl des Generaldirektors Patrick Pelata.(awp/mc/ps)

Euronext

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