EU-Verlauf: Knappe Gewinne

Paris – Der europäische Aktienmarkt hat am Montag seine frühen Gewinne nicht vollständig verteidigen können. Anleger zeigten sich insgesamt wieder etwas optimistischer, dass es einen baldige Lösungsansatz für die Schuldenprobleme in der Eurozone geben wird. Allerdings agierten sie weiterhin sehr vorsichtig, bevor konkrete Massnahmen beschlossen werden, hiess es am Markt. Nach einem Auf und Ab gewann der EuroStoxx 50 zur Mittagszeit 0,22 Prozent auf 2.342,70 Punkte. Zuvor war er in der Spitze bis auf 2.361 Punkte gestiegen, hatte aber auch zeitweise knapp im Minus gelegen.

Der Cac 40 in Paris legte 0,23 Prozent auf 3.178,52 Punkte zu. Der Londoner FTSE 100 stieg um 0,59 Prozent auf 5.520,79 Punkte.

«Die Stimmungsschwankungen vor dem zweiten entscheidenden Euro-Gipfel am Mittwoch sind sehr hoch», sagte Ulrich Wortberg Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen. Am Vorabend hatten Aussagen der Regierungschefs darauf hingedeutet, dass es Fortschritte bei der Lösung der Schuldenkrise in Europa gibt. Wie erwartet wurden konkrete Beschlüsse auf dem Gipfel in Brüssel aber auf diesen Mittwoch verschoben. Negativ angemerkt wurde im Laufe des Morgens derweil ein Anstieg der Risikoaufschläge italienischen Staatsanleihen sowie enttäuschende Einkaufsmanagerindizes in Europa.

Zu den Favoriten gehörten am Montag die Minenwerte, die von steigenden Metallpreisen profitierten. Der Teilindex Stoxx 600 Basic Resources kletterte als unangefochtener Spitzenreiter in der Sektorwertung um 3,19 Prozent. In London nahmen gleich drei Branchenwerte die Spitze im «Footsie» ein: Kazakhmys schnellten um 5,60 Prozent auf 904,50 Pence hoch, gefolgt von Antofagasta mit einem Aufschlag von 5,38 Prozent. Rio Tinto waren mit plus 4,24 Prozent der drittbeste Indexwert.

Der Bankensektor legte ebenfalls zu. Der Teilindex Stoxx 600 Banks stieg zur Mittagszeit um 1,22 Prozent. Die Einzelwerte zeigten sich dagegen wechselhaft. BNP Paribas schnellten beispielsweise zunächst um mehr als 6 Prozent hoch, lagen zuletzt aber nur noch mit 0,47 Prozent im Plus bei 31,93 Euro. Societe Generale dagegen waren der beste EuroStoxx-Wert. Sie kletterten an der Spitze des Leitindex um 2,79 Prozent auf 19,50 Euro.

In Amsterdam fielen die Titel von TomTom positiv auf. Sie schossen nach der Vorlage von Zahlen um fast 20 Prozent nach oben. Sie profitierten davon, dass der Navigationsgeräte-Hersteller mit seinem dritten Quartal beim Gewinn die Erwartungen übertraf.

In Zürich schnellten Nobel Biocare um fast 10 Prozent auf 10,90 Schweizer Franken hoch. Begründet wurde dies mit einem Artikel in der «NZZ am Sonntag» (NZZaS), wonach mehrere Investoren ein Interesse an dem Hersteller von Zahnimplantaten haben könnten.  (awp/mc/ps)

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