EU-Schluss: Kurserholung nach US-Kongresswahlen

Paris – Überwiegend positive Konjunktur- und Unternehmenszahlen sowie der Sieg der marktliberalen Republikaner bei den US-Kongresswahlen haben die europäischen Börsen beflügelt. Der EuroStoxx 50 erholte sich am Mittwoch fast vollständig von seinem seit dem Wochenbeginn erlittenen Rückschlag. Mit einem Plus von 1,89 Prozent auf 3091,54 Punkten ging der Eurozonen-Leitindex aus dem Handel. Der Pariser CAC-40-Index stieg ebenfalls um 1,89 Prozent und erreichte damit 4208,42 Zähler. Für den Leitindex FTSE 100 in London ging es um 1,32 Prozent auf 6539,14 Punkte nach oben.

Der Wahlausgang in den USA lässt die Investoren laut dem Marktstrategen Gregor Kuhn vom Broker IG auf eine tendenziell wirtschaftsfreundlichere Politik hoffen.

Die Stimmung in den Unternehmen des Euroraums hatte sich im Oktober erstmals seit drei Monaten wieder aufgehellt. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor hatte sich die Lage verbessert, wie die Daten vom Forschungsinstitut Markit ergaben. Positiv überraschten vor allem die Dienstleistungsindikatoren aus Spanien und Italien. In Grossbritannien hingegen hatte sich die Stimmung der Dienstleister zum zweiten Mal in Folge spürbar eingetrübt und den tiefsten Stand seit Mai 2013 erreicht.

Unternehmensseitig zählten die ING-Aktien mit plus 2,76 Prozent zu den Favoriten im EuroStoxx 50. Der niederländische Finanzkonzern hatte im dritten Quartal dank eines glänzend laufenden Bankgeschäfts deutlich mehr verdient als im Jahr zuvor. Zudem zieht das niederländische Unternehmen Ende dieser Woche endgültig einen Strich unter das Kapitel Staatshilfe. Dann soll – wie bereits angekündigt – der letzte Teil des von der Regierung erhaltenen Gelds zurückgezahlt werden. Analyst William Howlett von S&P Capital IQ hob sein Anlageurteil für die Aktie auf «Buy» und lobte die dynamische Entwicklung des Bankgeschäfts.

Der französische Zementkonzern Lafarge hatte im abgelaufenen Jahresviertel zwar die schwächere Nachfrage auf dem Heimatmarkt und im Irak zu spüren bekommen, sieht sich aber auf einem guten Weg hin zur Fusion mit dem Konkurrenten Holcim . Zudem rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem 2-bis 5-prozentigen Anstieg der Zement-Nachfrage in diesem Jahr. Die Aktie rückte im Cac 40 um 2,92 Prozent nach oben. Die Holcim-Papiere verteuerten sich in Zürich um 2,99 Prozent. Die Schweizer hatten bereits am Montag über ihr Quartal berichtet.

Die Titel des Technologiekonzerns Alstom waren im französischen Leitindex der einzige Verlierer mit minus 0,29 Prozent. Alstom hatte Halbjahreszahlen vorgelegt, zudem genehmigte das Wirtschaftsministerium in Paris nun offiziell den Verkauf von Alstoms Energiesparte an General Electric (GE) . Wofür der Erlös verwendet werden soll, ist aber nach wie vor offen. Zudem sagte Vorstandschef Patrick Kron, dass das «neue Alstom-Unternehmen» seine vorsichtige Dividenden-Politik beibehalten werde.

In London sprangen die Papiere von Marks & Spencer mit plus 9,74 Prozent an die Spitze des FTSE 100. Der britische Einzelhandelskonzern hatte Halbjahreszahlen vorgelegt. Trotz des starken Umsatzrückgangs im Geschäft ohne Lebensmittel hob er sein Jahresziel für die Profitabilität in diesem Bereich an. (awp/mc/pg)

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