EU-Verlauf: Leichter

London – Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am Dienstag weiter etwas nachgegeben. Das immer noch ungeklärte Thema Griechenland erzeugt bei den Anlegern immer tiefere Sorgenfalten. Die griechische Regierung steht massiv unter Druck und muss an diesem Dienstag wohl weitere unpopuläre Sparmassnahmen beschliessen, was bereits zu Streiks führte, die den öffentlichen Verkehr in Athen zu grossen Teilen lahmgelegt haben.

Für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 ging es unter diesem Eindruck bis zum Mittag um 0,50 Prozent nach unten auf 2.495,41 Punkte, nachdem er im frühen Handel mit 2.519 Punkten abermals einen neuen Höchststand seit vergangenen August markiert hatte. Der CAC 40 in Paris gab 0,43 Prozent auf 3.390,70 Punkte ab. Auch für den Londoner FTSE 100 ging es um 0,30 Prozent auf 5.874,73 Punkte nach unten.

Das endgültige Dokument mit den neuen harten Sparmassnahmen sei bereits fertig, berichtete der staatliche Rundfunk. Die Vorsitzenden der Parteien, die die Regierung des parteilosen Finanzexperten Lucas Papademos unterstützen, sollen bei einem entscheidenden Treffen am Dienstagnachmittag das Sparprogramm billigen. Ohne diese breite Zustimmung wird Griechenland keine Hilfe von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr bekommen. Ein Börsianer hielt die bisherige Stabilität der Aktienmärkte angesichts der harten Verhandlungen für erstaunlich.

Die Aktien von Aktien von ArcelorMittal stemmten sich nach Zahlen gegen den Trend und gehörten mit plus 1,98 Prozent zu den EuroStoxx-Favoriten. Die Schuldenkrise in Europa belastet zunehmend das Geschäft des weltgrössten Stahlkonzerns, der das schlechteste Quartalsergebnis seit zwei Jahren verzeichnete. «Trotz der Unsicherheiten hat sich die Stimmung im Vergleich zum Schlussquartal verbessert», erklärte Mittal aber. Zuletzt legten auch die Preise wieder zu, nachdem sie in den Vormonaten deutlich unter Druck gestanden hatten.

Autowerte stellten derweil wegen neuerlicher Sorgen um China den schwächsten Sektor: der Stoxx Europe 600 Autos + Parts büsste 1,83 Prozent ein. Händler verwiesen auf Aussagen aus der chinesischen Regierung, die wegen Bremseffekten durch die Schuldenkrisen in Europa auf eine Wachstumsverlangsamung in der Industrieproduktion vorbereiten. Bei den französischen Autobauern büssten die Aktien von Renault 2,83 Prozent ein, Peugeot verloren 2,45 Prozent. Am besten hielten sich dagegen die Gesundheitswerte des Stoxx Europe 600 Health Crae mit einem Aufschlag von 0,31 Prozent in dem Teilindex.

In London verloren BP nach Zahlen 0,99 Prozent. Der britische Ölkonzern hatte das Jahr 2011 wieder mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Händler Manoj Ladwa von ETX Capital sagte: «Nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre dürften die Resultate relativ positiv aufgenommen werden.» Nach den Teilverkäufen sei der Konzern nun schlanker. Nach der Megafusion zwischen dem weltgrössten Rohstoffhändler Glencore und dem Bergbauunternehmen Xstrata zu einer neuen Gesellschaft mit einem Marktwert von rund 90 Milliarden US-Dollar (68,7 Milliarden Euro) gaben beide Aktien etwas nach. (awp/mc/pg)

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