EU-Schluss: Verluste – Enttäuschung über Stillstand in US-Etatstreit

Paris –   Die Hoffnung auf Ende des US-Budgetstreits hat am Montagnachmittag die Verluste im EuroStoxx 50 deutlich eingedämmt. Gleichwohl überwog zum Wochenstart der Pessimismus unter den Anlegern. So fiel der Leitindex zum Handelsende um 0,18 Prozent auf 2.923,04 Punkte. Am Vormittag hatte er aber noch in der Spitze rund 1,3 Prozent eingebüsst, da es am Wochenende keine Bewegung bei den Etatverhandlungen in den USA gegeben hatte. Am Nachmittag hatten sich die europäischen Aktienmärkte jedoch erholt, nachdem die US-Börsen nicht so stark nachgegeben hatten wie zuvor befürchtet.

Trotz der Hoffnungen auf eine Einigung im US-Streit um Haushalt und Schuldenlimit sind aktuell die Fronten immer noch härter denn je. Sowohl die Regierung von Präsident Barack Obama als auch die oppositionellen Republikaner machten zum Wochenbeginn klar, dass sie nicht an ein Einlenken denken. Damit rückt das Schreckgespenst einer Zahlungsunfähigkeit der grössten Volkswirtschaft der Welt immer näher. Stichtag für eine Anhebung der Schuldenobergrenze des US-Haushalts ist der 17. Oktober. Kommt es bis dahin nicht zu einer Einigung, drohen nach Ansicht von Experten möglicherweise katastrophale Folgen nicht nur für die USA, sondern auch für die globale Wirtschaft. «Bis auf weiteres prägt die US-Politik das Kursgeschehen», sagte Marktanalyst Gregor Kuhn vom Broker IG.

Der Cac 40 in Paris bewegte sich am Ende mit einem Plus von 0,03 Prozent auf 4.165,58 Punkte kaum von der Stelle. In London sank der FTSE 100 um 0,26 Prozent auf 6.437,28 Punkte.

Europaweit legten in der Branchenübersicht die Versorger am stärksten zu. Angetrieben von deutlichen Gewinnen der beiden deutschen Sektorschwergewichte RWE und Eon stieg der Subindex Stoxx Europe 600 Utilities um 0,90 Prozent. Die meisten anderen Sektoren gaben zum Wochenauftakt nach – Technologieaktien und Immobilienwerte wiesen die stärksten Verluste auf.

Auch bei Einzeltiteln überwogen die Verluste. Die deutschen Energiekonzerne RWE und Eon führten ebenfalls die Kursliste des EuroStoxx nach einem Artikel in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und einer positiven Studie klar an. Dem Zeitungsbericht zufolge steht das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz bei gleich zwei Brüsseler EU-Kommissaren auf dem Prüfstand. Das sorgte laut Händlern für gute Laune bei den Aktionären der konventionellen Versorger.

Die EADS-Titel waren mit einem Plus von 2,21 Prozent auf 50,30 Euro der Favorit im Pariser Leitindex CAC 40. Die Fluglinie Japan Airlines bestellte bei der EADS-Tochter Airbus 31 Exemplare des neuen Langstreckenjets A350. Hinzu kommen Kaufoptionen für weitere 25 Maschinen der Serie.

Ebenfalls im CAC 40 zogen die Aktien von Solvay um 1,16 Prozent an. Der belgische BASF-Konkurrent kauft in den USA für 1,345 Milliarden Dollar auf dem Öl- und Gasmarkt zu.

Die Anteilsscheine von Carrefour und LVMH aber zeigten sich mit Abschlägen von jeweils mehr als einem Prozent schwach. Auch der britische Luxusgüterkonzern Burberry verlor in ähnlicher Grössenordnung. Händler verwiesen auf ein Interview der Konzernchefin Angela Ahrendts. Demnach könnte sich die Umsatzflaute in China noch länger hinziehen und mehr als nur ein «vorübergehender Unfall» sein. Der Einzelhändler Marks & Spencer büsste knapp drei Prozent ein./la/zb

(awp/mc/ps)

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