EU-Verlauf: Verluste – Gewinnmitnahmen

London – Belastet von einer durchwachsenen Anleihe-Auktion in Italien und neuen Sorgen um die Entwicklung der Weltwirtschaft haben die europäischen Börsen am Donnerstag an ihre jüngste Schwäche angeknüpft. Händler sprachen unmittelbar vor dem Quartalsende von Gewinnmitnahmen. Der EuroStoxx 50 fiel zur Mittagszeit um 1,00 Prozent auf 2.471,76 Punkte und steuert so auf den dritten verlustbringenden Handelstag in Folge zu. In Paris sank der Cac 40 um 0,91 Prozent auf 3.398,89 Punkte und der FTSE 100 in London erlitt ein Minus von 0,81 Prozent auf 5.762,00 Punkte.

Italien hat am Donnerstag das Maximalziel der Platzierung von 8,25 Milliarden Euro verfehlt. Im richtungweisenden zehnjährigen Laufzeitbereich bleiben die Zinsen hoch. Aber auch die Sorge, die Erholung am Aktienmarkt sei im Vergleich zur Weltwirtschaft zu rasant gewesen, hat die Anleger laut Händlern zum Kasse machen verleitet. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA sowie überraschend hohe Öllagerbestände hätten deshalb schon am Vorabend die Kurse in New York belastet und am Morgen seien nochmals enttäuschende Unternehmenszahlen aus China hinzu gekommen. Vor diesem Hintergrund dürften am Nachmittag die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten besonders kritisch beäugt werden.

Im Finanzsektor litten die Aktien italienischer Banken unter der enttäuschend verlaufenen Auktion von Staatsanleihen. Unicredit gehörten mit minus 1,90 Prozent auf 3,916 Euro zu den schwächsten Werten im EuroStoxx. Papiere von Intesa Sanpaolo fielen um 1,19 Prozent. Finanzwerte standen aber europaweit unter Druck, wie die Verluste von mehr als einem Prozent bei den Branchenindizes Stoxx 600 Banks und Stoxx 600 Insurance zeigten.

Weit hinten im europäischen Leitindex lagen zudem die Papiere von Total, die weiterhin unter der Spekulation über die Folgen des Lecks an der Gasförderplattform in der Nordsee litten. Sie rutschten nochmals um 1,76 Prozent auf 37,35 Euro ab. Seit dem vergangenen Freitag haben sie infolge des Unfalls somit schon knapp 9 Prozent an Wert eingebüsst. Die Ölbranche stand zudem wegen nachgebender Ölpreise unter Druck: Schon am Vorabend hatten diese negativ auf einen starken Anstieg der Reserven in den USA reagiert und diesen Trend zunächst fortgesetzt. Der Sektorindex Stoxx 600 Oil & Gas büsste 1,11 Prozent ein.

Ferner standen die Papiere von Hennes & Mauritz (H&M) (H&M) im Fokus. Sie rutschten in Stockholm um rund fünf Prozent auf 237,70 schwedische Kronen ab, nachdem der Gewinnanstieg bei dem Modehändler im ersten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Im EuroStoxx wurden die Titel des spanischen Konkurrenten Inditex davon in Mitleidenschaft gezogen. Sie büssten 1,71 Prozent ein. Der Stoxx 600 Retail gehörte mit minus 1,87 Prozent zu den schwächsten Branchenindizes in Europa.

In Zürich büssten die Roche-Papiere 1,38 Prozent auf 157,60 Schweizer Franken ein. Im Übernahmekampf um das US-Gentechnik-Unternehmen Illumina hat der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzernnun doch seine milliardenschwere Offerte erhöht. «In unseren Diskussionen mit Illumina-Aktionären haben wir festgestellt, dass ein Interesse daran besteht, den Übernahmeprozess zu beschleunigen», sagte Firmenchef Severin Schwan in einer Mitteilung. (awp/mc/ps)

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