EU-Schluss: Moderate Verluste

Paris – Nach zwei Gewinntagen in Folge haben Europas Börsen am Mittwoch moderat nachgegeben. Laut Marktexperten herrschte Zurückhaltung vor möglichen neuen Aussagen des US-Notenbankchefs zur Geldpolitik in den Vereinigten Staaten. In Italien drückte vor allem die Abstufung der Kreditwürdigkeit des Landes auf die Stimmung. Schwache chinesische Handelsdaten taten ihr Übriges. Der EuroStoxx 50 drehte nach einem freundlichen Auftakt schnell ins Minus, erholte sich aber weitgehend wieder, so dass am Schluss nur ein Minus von 0,17 Prozent zu Buche stand. Das bedeutet einen Punktestand von 2.659,71.

Der Cac 40 in Paris schloss kaum verändert mit minus 0,08 Prozent bei 3.840,53 Punkten. Der Londoner FTSE 100 sank um 0,12 Prozent auf 6.504,96 Punkte. In Mailand büsste der Leitindex FTSE MIB dagegen deutlicher ein.

Am Vorabend hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) die Kreditwürdigkeit Italiens wegen schwacher Konjunkturaussichten von «BBB+»auf «BBB» gesenkt. Der Ausblick sei negativ, hiess es zudem. Damit liegt das Rating nur noch zwei Stufen über dem sogenannten «Ramsch-Niveau», mit dem gemeinhin spekulative Anlagen gekennzeichnet werden. Das sorgte für steigende Renditen bei der Versteigerung neuer Staatsanleihen an diesem Tag. Hinzu kam noch, dass die italienische Industrieproduktion im Mai weniger zugelegt hat als erwartet.

Aus Branchensicht wurden in Europa die Aktien der Öl- und Gasbranche favorisiert: Der Stoxx Europe 600 Oil + Gas stieg um 0,70 Prozent. Aktien der konjunktursensiblen Rohstoffunternehmen gaben dagegen am deutlichsten nach mit minus 0,92 Prozent. Fresnillo etwa büssten in London knapp 5 Prozent ein und Vedanta knapp drei Prozent.

Unter den Einzelwerten fielen in London die Papiere von Burberry positiv auf. Sie zogen gegen den Markttrend um 4,79 Prozent an und setzten sich damit an die «Footsie»-Spitze. Der Hersteller hochpreisiger Bekleidung hatte im ersten Geschäftsquartal den Umsatz dank einer erfolgreichen Sommerkollektion stärker als erwartet gesteigert.

Im Leitindex der Eurozone gaben die Aktien von Generali als schwächster Wert um 2,32 Prozent nach. Das Versicherungsunternehmen will seine deutsche Tochter von der Börse nehmen. Nach dem Kauf eines 3-Prozent-Anteils von Privatinvestoren halte man nun 96 Prozent an der Generali Deutschland Holding, hiess es. Allgemein standen italienische Aktien nach der Abstufung Italiens verstärkt auf den Verkaufslisten: Intesa SanPaolo und Unicredit etwa verloren jeweils um die zwei Prozent. (awp/mc/pg)

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