Euro rutscht unter 1,30 Dollar

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Frankfurt am Main – Der Kurs des Euro ist am Mittwoch kräftig unter Druck geraten und unter die psychologisch wichtige Marke von 1,3 US-Dollar gefallen. Eine Kombination aus Pessimismus in der Schuldenkrise und durchbrochenen charttechnischen Unterstützungslinien ist nach Einschätzung von Experten dafür verantwortlich, dass die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit Januar gesunken ist.

Zuletzt wurde der Euro bei 1,2988 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2993 (Dienstag: 1,3181) Dollar festgesetzt.

Stimmung hat endgültig gedreht
«Die Stimmung nach dem EU-Gipfel hat endgültig gedreht, nachdem Bundesbank-Chef Jens Weidmann sich entschieden gegen eine Krisenlösung über den Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgesprochen hatte», sagte Devisen-Experte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Damit schwinde die Hoffnung auf den letzten kurzfristigen Lösungsansatz. Auch die langfristigen Pläne für einen Fiskalpakt mit nationalen Schuldenbremsen dürften sich schwieriger vertraglich umsetzen lassen, als zunächst gedacht. Insgesamt verstetige sich der Eindruck, die Länder der Eurozone seien in einer Schicksalsgemeinschaft gefangen, die langsam vor sich hindarbt.

Italienische Staatsanleihen zu rekordhohen Zinsen
Zusätzlich unter Druck geriet die Gemeinschaftswährung, nachdem das hoch verschuldete Euro-Land Italien bei seiner ersten Anleihe-Auktion nach dem EU-Gipfel nur zu rekordhohen Zinsen frisches Geld am Kapitalmarkt einsammeln konnte. Bei einer Aufstockung von Fünfjahrespapieren musste die drittgrösste Euro-Volkswirtschaft Anlegern am Vormittag 6,47 Prozent Rendite bieten, um 3 Milliarden Euro aufzunehmen. Devisenexperten der HSH-Nordbank nannten zudem das Durchbrechen charttechnischer Unterstützungsmarken als Grund für das Absinken des Euro-Kurses.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83900 (0,84625) britische Pfund, 101,44 (102,60) japanische Yen und 1,2317 (1,2345) Schweizer Franken fest.

Zum Franken weiter über 1,23
Gegenüber dem Franken zeigte sich die Gemeinschaftswährung im weiteren Verlauf des Nachmittagsgeschäft wenig verändert und blieb über der Marke von 1,23 CHF. Derzeit kostet ein Euro 1,2344 CHF verglichen mit 1,2325 CHF am Mittag. Der Dollar zog vor dem Hintergrund der Euro-Krise gegenüber dem Franken weiter an und notiert aktuell auf 0,9532 CHF nach 0,9473 CHF am Mittag. Nachdem 0,9475 CHF überschritten wurde, sehen die Devisenexperten Luft in Richtung 0,9565 CHF.

Der Preis für eine Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1603.00 (1.672,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39.660,00 (39.930,00) Euro. (awp/mc/pg)

EZB

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