Europäischer Gaspreis steigt deutlich – Gegenseitige Drohungen der USA und Irans

Flüssigerdgas-Tanker.

Amsterdam – Der Preis für europäisches Erdgas ist nach der jüngsten Entwicklung im Iran-Krieg mit gegenseitigen Drohungen der USA und Irans deutlich gestiegen. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Montag im frühen Handel um mehr als vier Prozent auf 61,75 Euro je Megawattstunde (MWh) zu.

Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran vor mehr als drei Wochen war der Gaspreis zeitweise stärker gestiegen und hatte Notierungen von bis zu 74 Euro erreicht.

Der Preisschub zum Wochenauftakt erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung von Energieanlagen im Iran gedroht hatte, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Strasse von Hormus vollständig und «ohne Drohungen» öffnen. Der Iran reagierte unmittelbar und drohte mit der vollständigen Schliessung der Strasse von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten. Zuletzt hatte der Iran einigen ausgewählten Handelsschiffen die Durchfahrt durch die für den Ölhandel wichtige Meerenge erlaubt.

In der vierten Woche des Iran-Kriegs sind weiter keine Anzeichen einer Deeskalation erkennbar. Der Schiffsverkehr durch die für Energietransporte wichtige Strasse von Hormus ist in dieser Zeit praktisch zum Erliegen gekommen, wodurch fast 20 Prozent der weltweiten Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) ausgefallen sind. Mittlerweile ist die weltgrösste LNG-Anlage in Katar stillgelegt und teilweise beschädigt. Katar geht davon aus, dass es Jahre dauern könnte, bis das Land wieder das Vorkriegsniveau erreichen wird. (awp/mc/ps)

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