US-Schluss: Verluste – Ölpreisverfall wiegt zu schwer

New York – Die Freude über den überzeugenden Start von Alcoa in die US-Berichtssaison hat am Dienstag nicht lange vorgehalten. Letztlich kosteten der schwache Ölpreis und fallende Rohstofftitel die Wall Street ihre zeitweise deutlichen Gewinne. Nach einem zeitweisen Anstieg um über anderthalb Prozent büsste der Dow Jones Industrial am Ende 0,15 Prozent auf 17’613,68 Punkte ein. Mit 17’923 Punkten hatte der US-Leitindex in der ersten halben Stunde noch den höchsten Stand seit dem ersten Handelstag des Jahres erklommen.

Auch der S&P-500-Index knüpfte an seinen Trend deutlich stärkerer Schwankungen als im Vorjahr an. Er verlor am Ende 0,26 Prozent auf 2’023,03 Punkte.

Auch an der Nasdaq blieb von der Rally der Technologiewerte im frühen Handel nichts übrig. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor nach einem vorübergehendem Aufschlag von fast zwei Prozent Plus letztlich 0,09 Prozent auf 4’166,20 Punkte.

Den Alcoa-Aktien half der gute Quartalsbericht ebenfalls nicht lange: Nach fünf Gewinntagen und einem Anstieg auf den höchsten Stand seit Anfang Dezember im frühen Handel drehten die Papiere des US-Aluminiumkonzerns deutlich ins Minus. Zu Handelsschluss gaben sie über zwei Prozent ihrer jüngsten Kursgewinne von zehn Prozent wieder ab. Am Vorabend hatte Alcoa traditionell die Berichtssaison eröffnet und dabei mit den Ergebnissen des vierten Quartals die Erwartungen übertroffen.

Die Öltitel von Chevron verloren gut anderthalb Prozent und gehörten damit zu den schwächsten Werten im Dow. Die Umwälzungen am Ölmarkt werden immer gewaltiger. Am Dienstag gaben die Ölpreise nicht nur weiter nach. Erstmals seit langem kostete amerikanisches Rohöl kurzzeitig etwas mehr als Nordseeöl. Am Markt wurde dies auf das hohe Angebot und die schwache Nachfrage in Europa zurückgeführt. Auch ExxonMobil beendeten den Handelstag tiefer.

Die zeitweise um über drei Prozent gestiegenen Apple-Aktien profitierten nur noch mit einem Aufschlag von fast einem Prozent von einer Empfehlung der Investmentbank Credit Suisse. Analyst Kulbinder Garcha hatte seine Gewinnschätzungen in einer aktuellen Studie um bis zu zwanzig Prozent erhöht. Er begründete dies vor allem mit soliden und nachhaltigen iPhone-Verkäufen. Daneben sieht er ein Potenzial von 200 Milliarden US-Dollar zur Ausschüttung an die Aktionäre.

Von der zwischenzeitlichen Rally der Technologiewerte wie Microsoft, Intel und Cisco blieb fast nichts übrig, Papiere des Windows-Anbieters und des Prozessoren-Herstellers sanken gar ins Minus. Als robust erwiesen sich Biotechtitel wie Celgene und Vertex. Die Papiere des Krebs-Spezialisten Celgene sprangen auf ein Rekordhoch und haben damit seit Jahresbeginn in der Spitze schon um über zehn Prozent zugelegt. (awp/mc/upd/ps)

Exit mobile version