US-Schluss: Dow sackt weiter ab – Tech-Werte erholen sich

Boerse

New York – An der Wall Street hat der Dow Jones Industrial am Freitag seine jüngsten Verluste ausgeweitet. Die Inflationsängste blieben das bestimmende Thema, auch wenn sich die Lage am Anleihemarkt vorerst beruhigt hat. Dort hatte am Donnerstag ein starker Renditeanstieg für Turbulenzen an den Kapitalmärkten gesorgt.

Der Dow fiel um 1,50 Prozent auf 30’932,37 Punkte und litt damit auch unter deutlichen Verlusten bei den Aktien des Softwarekonzerns Salesforce . Erst am Mittwoch hatte das Börsenbarometer nach dem Beruhigungsversuch von Notenbankchef Jerome Powell zur Geldpolitik ein Rekordhoch erreicht. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Minus von 1,78 Prozent. Die Bilanz für den Monat Februar aber weist ein Plus von 3,2 Prozent auf.

Der marktbreite S&P 500 gab am Freitag um 0,48 Prozent auf 3811,15 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq 100 hingegen erholte sich etwas von seinem Kurssturz am Donnerstag und stieg um 0,63 Prozent auf 12’909,44 Punkte.

Trotz der jüngeren Verluste seien die Märkte derzeit jedoch weit davon entfernt, im freien Fall zu sein, schrieb Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. So lägen die Renditen der US-Anleihen im Vergleich zu ihren historischen Werten weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Steigende Zinsen sorgen in der Regel für Unruhe, denn sie lassen Anleihen im Vergleich zu Aktien in einem besseren Licht erscheinen.

Zuletzt waren die Renditen aus Furcht vor einer strafferen Geldpolitik zur Abwehr inflationärer Tendenzen in die Höhe geschnellt. Zuvor hatte das geplante 1,9 Billionen schwere Konjunkturpaket der US-Regierung Wachstums- und Inflationserwartungen ausgelöst. Obwohl prominente Ökonomen vor einer wirtschaftlichen Überhitzung warnen, zeigen sich ranghohe Zentralbanker wie US-Notenbankchef Jerome Powell mit Blick auf Inflationsrisiken bisher entspannt.

Am Dow-Ende sackten die Aktien von Salesforce um mehr als sechs Prozent ab. Der Softwarekonzern schaut dank offenbar wieder anziehenden Kundeninteresses auf den ersten Blick überraschend optimistisch in die Zukunft. Der Experte Mark Moerdler vom Analysehaus Bernstein Research aber sorgte sich vor einem nachlassenden Erlöswachstum und um die Nachhaltigkeit der Margen. Zudem preise der Ausblick des Unternehmens Zukäufe mit ein. Diese herausgerechnet lägen die Wachstumsziele des Konzerns unter dem längerfristigen Horizont.

Die Investoren griffen dagegen kräftig bei den Papieren des Appartment-Vermittlers Airbnb zu, der trotz eines Mega-Verlusts im vergangenen Jahr offenbar besser durch die Krise kommt als gedacht. Nach dem heftigen Einbruch zu Beginn der Pandemie erholte sich das Geschäft zuletzt deutlich. Die Anteilscheine schnellten um gut 13 Prozent in die Höhe.

Im Blick nach den heftigen Kurskapriolen der jüngsten Zeit blieb der kriselnde Videospielhändler Gamestop. Am Freitag lagen die Papiere, die zum Spielball von Spekulanten geworden wurden, mehr als sechs Prozent im Minus.

Der Euro litt zuletzt unter dem starken US-Dollar und notierte bei 1,2066 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2121 (Donnerstag: 1,2225) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8250 (0,8180) Euro.

Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) legte um 0,5 Prozent auf 134,22 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe fiel auf 1,40 Prozent. (awp/mc/ps)

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