US-Schluss: Atempause nach Rekordjagd

Boerse

New York – Nach der jüngsten Kursrally sind die Anleger an der Wall Street am Mittwoch keine grösseren Wetten eingegangen. Das zwei Stunden vor Handelsende veröffentlichte Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung zeigte, dass viele Notenbanker eine Zinserhöhung «recht bald» für angemessen halten, falls die Wirtschaft auf Kurs bleibt. Ein Marktbeobachter taxierte die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt bereits im März auf 50 bis 60 Prozent. Entscheidend sei wohl die Lohnentwicklung im Februar.

Der Dow Jones Industrial erreichte mit knapp 20’782 Punkten erneut einen Rekordstand. Der US-Leitindex schloss 0,16 Prozent höher bei 20 775,60 Punkten. Auch der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 schaffte es mit knapp 5355 Punkten auf einen weiteren Höchststand. Er bewegte sich mit plus 0,03 Prozent auf 5352,13 Punkte aber letztlich kaum. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es derweil um 0,11 Prozent auf 2362,82 Punkte abwärts.

Unter den Einzelwerten kletterten die Aktien von Garmin um 7,3 Prozent nach oben. Der Hersteller von Navigationsgeräten und Uhren hatte mit seinen Geschäftszahlen zum vierten Quartal die Markterwartung übertroffen.

Auch der Spezialist für den Bau von Luxusimmobilien, Toll Brothers, überzeugte mit seinem Umsatz- und Gewinnanstieg. Für die Aktien ging es um gut 6 Prozent aufwärts. First Solar setzte dagegen eine Abstufung der Experten der Credit Suisse nach einem Rekordverlust zu. Die Aktien knickten um 8,3 Prozent ein.

Bei den Papieren von Bristol-Myers Squibb stand ein Plus von 1 Prozent zu Buche. Wie das «Wall Street Journal» berichtete, ist mit Carl Icahn ein weiterer aktivistischer Investor bei dem Pharmakonzern eingestiegen. Icahn sei der Auffassung, dass das Unternehmen über eine gute Produktpipeline verfüge und so zum Übernahmekandidaten werden könnte. Am Vortag hatten entsprechende Spekulationen aber zeitweise noch für deutlich höhere Kurse gesorgt.

Abwärts ging es dagegen bei den Betreibern von Hotel-Suchmaschinen wie Trip Advisor und Trivago – sie rutschten um 2,75 beziehungsweise 1,96 Prozent ab. Die Analysten von Cowen rechnen mit einem härteren Wettbewerb und stuften beide Aktien ab.

Bessere Chancen auf einen Wahlsieg des proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron in Frankreich halfen dem Euro auf die Sprünge. Nach einem zwischenzeitlichen Rutsch unter 1,05 US-Dollar erholte sich der Kurs der Gemeinschaftswährung im New Yorker Handel auf 1,0567 Dollar. Der zentristische Politiker Francois Bayrou hatte am Nachmittag angekündigt, nicht bei den Präsidentschaftswahlen zu kandidieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0513 (Dienstag: 1,0537) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9512 (0,9490) Euro. US-Anleihen bewegten sich kaum. Richtungweisende zehnjährige Anleihen stiegen um 2/32 Punkte auf 98 15/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,418 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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