US-Schluss: Dow schliesst so hoch wie seit 2007 nicht mehr

New York – Nach dem jüngsten Kurssprung hat der Dow Jones Industrial am Freitag so hoch wie seit Dezember 2007 nicht mehr geschlossen. Einerseits stützte Händlern zufolge weiterhin die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Vortag, im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise unbegrenzt Staatsanleihen kaufen zu wollen. Zudem nährte ein eher durchwachsener US-Arbeitsmarktbericht die Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik der US-Notenbank. Andererseits aber drückten enttäuschende Unternehmensnachrichten auf die Stimmung.

Der Dow stieg um 0,11 Prozent auf 13.306,64 Punkte. Von seinem Jahreshoch auf Verlaufsbasis bei 13.338,66 Punkten ist er damit nur noch etwa 30 Punkte entfernt. Auf Wochensicht verbuchte der Leitindex ein Plus von 1,65 Prozent.

Der breiter gefasste S&P 500-Index stieg am Freitag um 0,40 Prozent auf 1.437,92 Punkte und steht damit so hoch wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Zudem hatte die schweizerische Bank Credit Suisse das Jahresziel für das Kursbarometer von 1.425,00 auf 1.500,00 Punkte angehoben. An der Nasdaq rückte der Composite Index um 0,02 Prozent auf 3.136,42 Punkte vor. Der Auswahlindex Nasdaq 100 fiel um 0,16 Prozent auf 2.825,11 Punkte. Die beiden Technologieindizes hatten am Donnerstag den höchsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht.

Die Lage am amerikanische Arbeitsmarkt verbessert sich nach wie vor nur in Trippelschritten: Im August war die Zahl der Beschäftigten um lediglich 96.000 Stellen gestiegen. Damit wurden die Markterwartungen verfehlt. Die grosse Frage ist nun, wie die Notenbank Federal Reserve reagieren wird. Sie wird am kommenden Donnerstag ihre neuen Entscheidungen treffen.

Der schwache US-Arbeitsmarktbericht erhöht nach Einschätzung der Commerzbank den Druck auf die US-Notenbank, schon in der nächsten Woche konkrete Hinweise auf eine weitere quantitative Lockerung zu geben. «Mit dem derzeitigen Tempo des Beschäftigungsaufbaus wird die Arbeitslosigkeit nicht durchgreifend abgebaut», sagte Christoph Balz, USA-Experte bei der Commerzbank, der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Schlusslicht im Dow waren die Titel von Kraft Foods , die um 5,48 Prozent auf 40,01 US-Dollar absackten. Der Lebensmittelkonzern hatte einen enttäuschenden Gewinnausblick für die zwei Unternehmensteile präsentiert, in die Kraft Foods sich im Oktober aufspalten wird. Zweitschwächster Wert waren die Papiere von Intel , die um 3,59 Prozent fielen. Der weltgrösste Chip-Hersteller hatte kurz vor dem Handelsstart in New York seine Prognosen für den Umsatz und die Bruttomarge im laufenden Jahr zurückgezogen. Eine schwächelnde PC-Nachfrage verhagelt dem Unternehmen das Geschäft.

Die Anteile am Prozessorhersteller Audience brachen um mehr als 63 Prozent ein. Das Unternehmen hatte vor Börsenbeginn mit der Nachricht für Aufregung gesorgt, dass der iPhone-Hersteller Apple wohl bei der neuesten Version seines Kassenschlagers nicht mehr Audience-Chips verwenden werde. Die Apple-Titel rückten um 0,58 Prozent vor.

Die Papiere von Amazon.com kletterten um 3,01 Prozent auf 259,14 Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich bei 259,42 Dollar ein Rekordhoch erreicht hatten. Das Unternehmen will seine Präsenz in Grossbritannien ausbauen.

Im Dow indes zählten Finanzwerte wie etwa Bank of America oder JPMorgan mit Gewinnen von bis zu 5,39 Prozent zu den Favoriten. Börsianer sagten, die Ankündigung der EZB, Staatsanleihen kaufen zu wollen, habe für Entspannung gesorgt und die Risikoaversion für Finanztitel gemildert. (awp/mc/pg)

NYSE

NASDAQ 

Exit mobile version