US-Schluss: Dow gibt nach Rekordhoch Gewinne ab

Boerse

New York – Der Dow Jones Industrial hat am Dienstag den anderen grossen US-Indizes nachgeeifert und mit 29 415 Punkten einen Rekordstand erreicht. Halten konnte der US-Leitindex die Kursgewinne trotz nachlassender Sorgen um das Coronavirus jedoch nicht. Letztlich trat er mit 29 276,34 Punkten prozentual unverändert auf der Stelle.

Der marktbreite S&P 500 und die Nasdaq-Indizes waren schon am Vortag auf Höchststände geklettert und setzten ihre Rekordjagd nun zunächst fort. Letztlich kamen aber auch sie zurück: Der S&P verteidigte noch einen Zuwachs von 0,17 Prozent auf 3357,75 Punkte und der Nasdaq 100 schloss mit plus 0,01 Prozent bei 9517,86 Punkten.

Notenbankchef Jerome Powell zeichnete vor Abgeordneten im Repräsentantenhaus ein positives Bild der US-Wirtschaft. Sie sei zuletzt moderat um gut zwei Prozent gewachsen, die Arbeitslosenquote sei so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Coronavirus sei aber ein neuer Unsicherheitsfaktor. Marktteilnehmer zeigten sich allerdings verhalten optimistisch, da sich das Tempo, mit dem sich die Lungenerkrankung ausbreite, zumindest etwas zu verlangsamen scheine.

Für ein wahres Kursfeuerwerk sorgte die gerichtliche Freigabe der Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint: Aktien von Sprint schossen um 77,5 Prozent nach oben und die Papiere von T-Mobile US kletterten um fast 12 Prozent. Die amerikanische Telekom-Tochter hat sich im wichtigen US-Kartellrechtsprozess um die Fusion mit dem kleineren Rivalen durchgesetzt. Der zuständige Richter Victor Marrero stimmte dem mehr als 26 Milliarden Dollar (24 Mrd Euro) teuren Deal zu, wie aus seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil hervorgeht. Die Unternehmen hatten ihren Zusammenschluss bereits im April 2018 vereinbart.

Für Enttäuschung sorgte dagegen der Ausblick von Under Armour – die Aktien sackten um fast 17 Prozent ab. Der Konkurrent von Adidas und Puma rechnet für 2020 mit einem Umsatzrückgang und stellte zudem eine mögliche Restrukturierung in Aussicht.

Die rote Laterne im Nasdaq-Auswahlindex hielten die Papiere von Facebook und Microsoft mit Abschlägen von über 2 Prozent. Die US-Wettbewerbsbehörde FTC verlangt von fünf grossen Internetkonzernen Details zu in den vergangenen zehn Jahren durchgeführten Übernahmen. Neben Facebook und Microsoft trifft dies auch die Google -Mutter Alphabet, Apple und Amazon . Die Digitaltechnologie sei ein wichtiger Teil der Wirtschaft und des täglichen Lebens, teilte FTC-Chef Joe Simons mit. Daher müsse die Behörde Übernahmen und mögliche Gefahren für den freien Wettbewerb hier genauer beäugen.

Der Eurokurs rutschte am Dienstag erstmals seit etwa vier Monaten unter die Marke von 1,09 US-Dollar, stabilisierte sich jedoch zuletzt etwas. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0901 (Montag: 1,0951) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9173 (0,9132) Euro. Richtungweisende zehnjährige Papiere verloren 4/32 Punkte auf 101 15/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,58 Prozent. (awp/mc/pg)

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