US-Schluss: EZB-Ankündigung treibt Indizes auf Höchststände

New York – Die Ankündigung unbegrenzter Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag viele US-Indizes auf Höchststände getrieben. Auch positive Konjunkturdaten trugen zu der guten Stimmung unter den Anlegern bei. Die EZB steht im Kampf gegen die europäische Staatsschuldenkrise vor einer zweiten Runde von Anleihekäufen finanzschwacher Euroländer. Nach der Ratssitzung kündigte Notenbankchef Mario Draghi ein entsprechendes Kaufprogramm mit einem unbegrenzten Volumen an. Damit hebt es sich in einem wesentlichen Punkt von den ersten Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank seit dem Frühjahr 2010 ab, das Draghi selbst als im Umfang begrenzt umschrieben hatte.

Der Dow Jones Industrial stieg um 1,87 Prozent auf 13.292,00 Punkte und ist damit nur noch etwa 50 Punkte von seinem im Mai markierten Jahreshoch bei 13.338,66 Punkten entfernt.

Die anderen Börsenbarometer erreichten hingegen Mehrjahreshöchststände: So ging es für den breiter gefassten S&P 500-Index um 2,04 Prozent auf 1.432,12 Punkte nach oben. Der Index notiert damit so hoch wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Der Composite Index zog an der Technologiebörse Nasdaq um 2,17 Prozent auf 3.135,81 Punkte an. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 2,27 Prozent auf 2.829,71 Punkte. Die beiden Technologieindizes stehen damit so hoch wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

Der Markt habe von EZB-Chef Mario Draghi alles bekommen, was er sich gewünscht habe, kommentierte ein Händler. Auch wenn die Einzelheiten nach den vortags durchgesickerten Informationen nicht mehr überrascht hätten, sei dies ein grosser Schritt nach vorn. Zudem rechnet der Börsianer beim morgigen US-Arbeitsmarktbericht nicht mit einer Enttäuschung, nachdem die Beschäftigung des Privatsektors im August deutlich stärker als erwartet gestiegen und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche unerwartet stark gesunken war. Ferner hatte sich in den USA die Stimmung der Dienstleister im August spürbar aufgehellt.

Unternehmensseitig drehte sich alles um neue Produkte von Amazon.com. Der Online-Einzelhändler geht im Tablet-Markt mit weiteren Geräten in die Offensive. Der Konzern stellte frische Modelle seiner Reihe Kindle Fire vor. Jetzt gibt es auch eine grössere Variante mit einer Bildschirmdiagonale von 8,9 Zoll (22,6 cm). Das ist ein etwas kleinerer Bildschirm als bei Apples iPad. Die Amazon-Titel zogen um 2,17 Prozent auf 251,56 US-Dollar an.

Für die Papiere von Apple ging es um 0,94 Prozent auf 676,56 Dollar nach oben. Der Apple-Fernseher, über den seit langem spekuliert wird, kommt laut einem US-Bericht in diesem Jahr nicht mehr auf den Markt. Der iPhone-Konzern arbeite zwar schon seit 2005 an einem Vorstoss ins TV-Geschäft, aber Verhandlungen mit der amerikanischen Fernsehbranche erwiesen sich als entscheidender Stolperstein. Die grossen amerikanischen Kabelgesellschaften wollten unter anderem die Kontrolle über die Bedienung der Geräte.

Unter den weiteren Technologiewerten zogen die Aktien der Chiphersteller Micron Technology und Sandisk um jeweils etwa 8 Prozent an und zählten damit zu den Favoriten im Nasdaq 100. Zuvor hatte der Speicherhersteller OCZ berichtet, dass spezielle, für die Produktion benötigte Chips knapp seien und der Umsatz im zweiten Geschäftsquartal daher unerwartet niedrig ausfallen dürfte. Dies habe die Hoffnung geschürt, dass der Preisverfall bei Chips enden könnte, erklärten Börsianer die Gewinne bei den Aktien von Micron und Sandisk. Die OCZ-Papiere brachen indes um mehr als 18 Prozent ein.

Neue Verkaufspläne sorgten bei den Aktien der Bank of America für Auftrieb. Das Finanzinstitut will seine Anteile am Investment- und Versicherungsunternehmen Strategic Partners Inc an die beiden Investoren Avista und Partners Group verkaufen. Mit einem Plus von 5,03 Prozent waren die Papiere der beste Wert im Dow. (awp/mc/pg)

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