US-Schluss: Dow schliesst unverändert bei 18’352 Punkten

Boerse

New York – Vor dem offiziellen Juli-Arbeitsmarktbericht haben sich die Wall-Street-Anleger am Donnerstag zurückgehalten. Gleichzeitig habe die von der britischen Notenbank beschlossene Zinssenkung und die Ausweitung des Wertpapier-Kaufprogramms die Investoren von Verkäufen abgehalten, hiess es von Händlern.

Der Dow Jones Industrial schloss mit minus 0,02 Prozent auf 18’352,05 Punkte so gut wie unverändert. Auch der marktbreite S&P 500 ging bei einem Plus von 0,02 Prozent auf 2164,25 Punkte quasi ohne Veränderung aus dem Handel und bleibt damit in Schlagdistanz zu seinem am Wochenanfang erreichten Rekord bei 2178 Punkten. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 gewann am Donnerstag 0,20 Prozent auf 4743,81 Punkte.

Sechs Wochen nach dem britischen Votum für einen EU-Ausstieg hatte die Bank of England ihre Geldpolitik deutlich gelockert. Mit der Leitzinssenkung auf das Rekordtief von 0,25 Prozent hatten Beobachter gerechnet. Eher überraschend kam dagegen die Ankündigung, das Wertpapier-Kaufprogramm auszuweiten und künftig auch Unternehmensanleihen zu erwerben.

Die Anleger warten nun gespannt auf den am Freitag anstehenden US-Jobbericht, der wiederum als wichtiger Indikator für die Geldpolitik der US-Notenbank Fed gesehen wird. Nachdem bereits die Daten des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP robust ausgefallen waren, wird erwartet, dass auch der offizielle Bericht dies widerspiegeln wird. Für die Fed könnte dies ein Argument sein, trotz des Brexit-Votums auf Zinserhöhungskurs zu bleiben.

Die Aufträge für die US-Industrie waren derweil im Juni weniger als erwartet gesunken. Allerdings war der Rückgang im Vormonat etwas stärker als zunächst ermittelt ausgefallen. Den New Yorker Aktienmarkt hatten die Daten am Donnerstag überwiegend kalt gelassen.

Bewegung gab es dagegen bei einigen Aktien aus der Unterhaltungsbranche. So sackten die Papiere von 21st Century Fox um mehr als 5 Prozent ab, nachdem der Konzern von Rupert Murdoch die Umsatzerwartungen verfehlt hatte. Die Anteile von Viacom verloren nach Geschäftszahlen 0,98 Prozent. Im Dow-Index waren die Titel von Walt Disney mit minus 0,97 Prozent das Schlusslicht.

Bewegung kommt offenbar auch in den Milliardenpoker zwischen Bayer und Monsanto . Der US-Saatguthersteller habe dem deutschen Chemie- und Pharmakonzern einen Blick in die Bücher erlaubt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Bayer prüfe jetzt die Zahlen des US-Konzerns genau und erwäge eine weitere Aufstockung des Angebots und den Zeitpunkt dafür. Die Monsanto-Papiere zogen daraufhin an und beendeten den Handel mit plus 1,97 Prozent.

Hohe Verluste gab es bei Aktien von Düngemittelproduzenten. So brachen CF Industries um 12,60 Prozent ein. Marktbeobachter verwiesen auf deutlich schwächer als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen und die unter Druck stehenden Stickstoffpreise. Für die Mosaic-Aktien ging es um mehr als 3 Prozent runter.

Die Aktien des Elektroautobauers Tesla legten um 2,13 Prozent zu. Tesla war im zweiten Quartal zwar tiefer in die roten Zahlen gerutscht, doch der Ausblick fiel zuversichtlich aus.

Der Kurs des Euro bewegte sich im US-Handel nur wenig. Die Gemeinschaftswährung notierte zuletzt bei 1,1130 US-Dollar nur geringfügig tiefer als im europäischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1136 (Mittwoch: 1,1200) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8980 (0,8929) Euro. Richtungweisende zehnjährige Anleihen legten um 10/32 Punkte auf 101 2/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 1,51 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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