US-Schluss: Griechenland belastet Dow – Rekord beim S&P 500

New York – An der Wall Street ist die Jahresendrally ins Stocken geraten. Nachdem die beiden wichtigsten Standardwerteindizes ihren Rekordlauf in der Weihnachtswoche fortgesetzt hatten, konnte am Montag nur der S&P 500 abermals auf Schlusskursbasis eine Bestmarke erreichen und auch im Handelsverlauf die Messlatte erneut anheben. Der meistbeachtete Aktienindex Dow Jones Industrial hingegen schloss leicht im Minus. Das geringe Handelsvolumen zwischen Weihnachten und Neujahr sowie Sorgen um die politische Stabilität Griechenlands verhinderten grössere Ausschläge. Demgegenüber stützt das Billiggeld der Notenbanken weiterhin die Kurse. Erst Mitte Dezember hatte die US-Notenbank Fed ihr Niedrigzins-Versprechen bekräftigt und damit die zuletzt nervösen Märkte beruhigt.

Am Ende stieg der breit gefasst S&P 500 um 0,09 Prozent auf 2090,57 Punkte. Bei 2093,55 Punkten hatte er zuvor den bisher höchsten Stand seiner Geschichte erreicht. Der meistbeachtete Aktienindex Dow Jones Industrial gab hingegen um 0,09 Prozent auf 18 038,23 Punkte nach und verfehlte damit seinen am Freitag erreichten Rekord bei 18 103,45 Punkten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 fiel am Montag um 0,03 Prozent auf 4312,64 Punkte.

Die Blicke der Finanzmärkte richteten sich einmal mehr auf Griechenland. Dort war die Wahl eines neuen Staatspräsidenten auch im dritten Anlauf gescheitert. Die laut Verfassung nun notwendigen, vorgezogene Parlamentswahlen in dem pleitebedrohten Land sollen am 25. Januar stattfinden. Umfragen zufolge würde die Linke von Alexis Tsipras aus den Wahlen als stärkste Kraft hervorgehen, die absolute Mehrheit aber verfehlen. Tsipras lehnt die Spar- und Reformpolitik der Regierung und der internationalen Geldgeber ab.

Jüngst hatte es an den Finanzmärkten bereits Befürchtungen um ein Wiederaufflammen der Krise in dem Land gegeben. Experten sehen zunächst allerdings vor allem Risiken für Griechenland selbst.

Mit Blick auf die Einzelwerte setzten die Papiere von Gilead Sciences ihre Erholung fort und verteuerten sich an der Spitze des S&P 500 um 3,74 Prozent. Zu Beginn der Vorwoche waren die Titel stark unter Druck geraten, da Kosten für Gileads Hepatitis-Mittel Sovaldi und Harvoni ab dem 1. Januar von einigen US-Krankenkassen nicht mehr erstattet werden. Nun stützte ein positiver Analystenkommentar der Bank Morgan Stanley.

Am Dow-Ende verbilligten sich die Aktien von IBM um 1,13 Prozent auf 160,51 US-Dollar. Im auslaufenden Jahr haben die Titel bis dato mehr als 14 Prozent an Wert verloren und sind damit der grösste Verlierer im Dow. Bereits 2013 hatten die Aktien auf Jahressicht die rote Laterne innegehabt. Beim Computerurgestein waren die Geschäfte jüngst schlechter als erwartet gelaufen.

Auch andere Technologiewerte zählten am Montag zu den Verlierern. So fielen Intel und Microsoft um 0,99 beziehungsweise 0,90 Prozent. Spitzenreiter im Dow hingegen waren die Titel der Baumarktkette Home Depot mit plus 0,75 Prozent.

Aktien von Fiat Chrysler büssten rund ein Prozent ein. Der Autokonzern hatte 66 819 ältere Dodge- und Mitsubishi-Pickups mit manuellem Getriebe zurückgerufen. Es soll ein fehlerhafter Kupplungsschalter ausgetauscht werden. Ein Kind war wegen eines durch den Defekt verursachten Unfalls ums Leben gekommen. (awp/mc/upd/ps)

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