US-Schluss: Wall Street von Iran-Entscheid unbeeindruckt

Boerse

New York – Der Dow Jones Industrial pendelte im Handelsverlauf mehrmals um die Null-Linie und endete mit einem minimalen Plus von 0,01 Prozent bei 24’360,21 Punkten. Für den breit gefassten S&P 500 ging es um 0,03 Prozent auf 2671,92 Punkte nach unten. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 0,09 Prozent auf 6815,48 Punkte.

«Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran sollte niemanden an der Börse komplett überrascht haben», sagte Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners. Entsprechend sei die erste Reaktion der Anleger überschaubar und von Panik keine Spur. Allerdings habe die Welt nun einen geopolitischen Krisenherd mehr. «Und Unsicherheit ist nun einmal das, was die Anleger am wenigsten mögen», so Altmann.

Aus Unternehmenssicht stand die Unterhaltungsbranche im Fokus: Der grösste US-Kabelkonzern Comcast bereitet sich Kreisen zufolge intensiv auf ein feindliches Übernahmeangebot über rund 60 Milliarden Dollar für grosse Teile von 21st Century Fox vor. Damit könnte Comcast dem Unterhaltungskonzern Walt Disney in die Quere kommen, der sich mit Fox bereits auf einen 52 Milliarden Dollar schweren Zukauf geeinigt hat. Fox-Aktien endeten kaum verändert, während Comcast-Papiere um 5,6 Prozent fielen. Für die Anteilscheine von Disney ging es um 0,7 Prozent nach unten.

Zudem standen einige Unternehmen mit Geschäftszahlen im Mittelpunkt des Interesses. So war der Quartalsverlust beim Autovermieter Hertz Global überraschend hoch ausgefallen, was die Aktien um fast 19 Prozent einbrechen liess. Der Pharmakonzern Valeant hingegen meldete auf bereinigter Basis ein unerwartet hohes operatives Ergebnis. Dies bescherte den Anteilscheinen ein Plus von knapp 9 Prozent. Der Freizeitparkbetreiber SeaWorld Entertainment hatte im ersten Quartal einen geringer als befürchteten Verlust je Aktie ausgewiesen. Die Seaworld-Titel schnellten um gut 7 Prozent nach oben.

Der Hedgefonds Value Act Capital Partners hat sich mit 1,2 Milliarden Dollar bei der Citigroup eingekauft. Wie das «Wall Street Journal» berichtete, hält Value Act nun 0,7 Prozent an der US-Bank und will den Anteil sukzessive ausbauen. Citigroup-Papiere stiegen als bester Wert im S&P-100-Index um rund 3,7 Prozent.

Der Eurokurs reagierte auf Trumps Entscheidung ebenfalls nur moderat und notierte zuletzt bei 1,1864 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1870 (Montag: 1,1902) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8425 (0,8402) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gaben um 6/32 Punkte auf 98 4/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 2,97 Prozent. (awp/mc/pg)

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