US-Schluss: Dow knapp im Minus

New York – Ausgebremst von einer eingetrübten Stimmung im US-Industriesektor sind die Standardwerte an der Wall Street am Montag nur wenig verändert in die neue Woche gestartet. Nach den fulminanten Kursgewinnen vom Freitag beendete der Dow Jones Industrial den über weite Strecken wenig inspirierten Handel mit einem knappen Minus. Er ging 0,07 Prozent tiefer bei 12.871,39 Punkten aus dem Handel.

Die übrigen Indizes dagegen schlugen sich besser: Der breiter gefasste S&P 500-Index legte am Ende um 0,25 Prozent auf 1.365,51 Punkte zu. Die grössten Gewinne gab es für die technologielastigen Indizes an der Nasdaq: Angetrieben von Übernahmeaktivitäten schloss der Composite Index 0,55 Prozent höher bei 2.951,23 Punkten und der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg am Ende um 0,36 Prozent auf 2.625,03 Punkte.

Die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der US-Industrie war im Juni von 53,5 Punkten im Vormonat auf nur noch 49,7 Punkte gefallen – und damit stärker als von Experten erwartet. Mit dem Rückgang fiel der Frühindikator erstmals seit drei Jahren wieder unter die Wachstum signalisierende Schwelle von 50 Punkten. Zuvor waren schon Stimmungsindikatoren in China kritisch beäugt worden. «Solche Daten verstärken aber wieder den Druck auf die US-Notenbank Fed», merkte ein Experte an und verwies darauf, dass die Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungen damit wieder ansteige.

Die Industrie-, Rohstoff- und Finanzsektoren erlitten unter den insgesamt zehn auf dem S&P 500-Index basierenden Branchenindizes die grössten Verluste. Entsprechend zeichnete sich auch die Tendenz bei den Standardwerten im Dow Jones ab: Titel des Baumaschinenherstellers Caterpillar , des Mischkonzerns DuPont , des Flugzeugbauers Boeing und der Bank of America büssten im Leitindex zwischen 1,45 und 2,25 Prozent ein.

Bei zahlreichen Nebenwerten sorgte derweil Übernahmephantasie für Aufsehen. Aktien der Elektronik-Handelskette Best Buy etwa schnellten um fast sechs Prozent auf 22,20 US-Dollar hoch, nachdem es in einem Medienbericht in Berufung auf Kreise geheissen hatte, der Firmengründer Richard Schulze strebe eine vollständige Übernahme des angeschlagenen Unternehmens an.

Das Übernahmekarussell drehte sich aber auch in der Technologiebranche auf Hochtouren: Papiere des Sauerstoffgeräte-Herstellers Lincare reagierten mit einem Kurssprung um mehr als 20 Prozent auf ein Gebot des deutschen Gasekonzerns Linde . Aktien des Biotech-Unternehmens Amylin zogen angesichts einer Offerte des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb um 8,86 Prozent an. Bristol-Titel legten im Zuge dessen um 0,28 Prozent zu.

Im Chipsektor verteuerten sich Micron Technology um 3,80 Prozent: Der Halbleiterkonzern will den insolventen japanischen Konkurrenten Elpida Memory übernehmen. Im Solarbereich kündigte der Waferspezialist MEMC unterdessen den Verkauf von vier Solarprojekten in Europa an, was die Papiere um mehr als ein Fünftel nach oben schnellen liess. Ein Experte betonte, der Schritt sei Teil eines vom Unternehmen bereits angekündigten Plans und sollte einige Sorgen um die Liquidität beseitigen.  (awp/mc/pg)

 

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