US-Schluss: Dow büsst 1,5% auf 18’195 Punkte ein

Boerse

New York – An der Wall Street hat sich am Freitag die jüngste Abwärtsfahrt deutlich beschleunigt. Börsianern zufolge schürten Aussagen eines Währungshüters Sorgen, dass die US-Notenbank (Fed) den Leitzins eher früher als später ein weiteres Mal anheben könnte. Bereits am Donnerstag waren die Kurse etwas unter Druck geraten, nachdem die Europäische Zentralbank ihren geldpolitischen Kurs unverändert gelassen und Erwartungen an zusätzliche Lockerungen gedämpft hatte.

Der Dow Jones Industrial fiel am Freitag um 1,54 Prozent auf 18’194,88 Punkte. Zwischenzeitlich war der Leitindex auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli abgesackt. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von gut anderthalb Prozent an.

Für den S&P 500 ging es um 1,76 Prozent auf 2’142,86 Punkte nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 büsste 1,94 Prozent auf 4’710,69 Punkte ein.

Ein ranghoher amerikanische Notenbanker hatte vor den Gefahren einer zu langsamen geldpolitischen Straffung gewarnt. Zwar helfe die immer noch lockere Geldpolitik der US-Notenbank, die Lage am Arbeitsmarkt zu verbessern und das Inflationsziel der Fed zu erreichen, sagte der regionale Fed-Vorsitzende von Boston, Eric Rosengren. «Aber sie erhöht auch das Risiko einer Überhitzung der Wirtschaft.» Eine solche Überhitzung würde es wiederum erfordern, dass die Fed ihre Geldpolitik rascher straffe, was sich negativ auf das Wachstum auswirken würde.

Unternehmensnachrichten aus den USA waren vor dem Wochenende Mangelware. So ging es für die Anteilscheine von Wells Fargo um rund anderthalb Prozent bergab. Fragwürdige Kontoeröffnungen hinter dem Rücken der Kunden kommen die US-Grossbank teuer zu stehen: Die Bank muss eine Rekordstrafe von 185 Millionen US-Dollar bezahlen, weil Mitarbeiter Konten und Kreditkartenverträge auf Namen von Kunden eröffnet hatten, die davon nichts wussten. Die Banker hätten so ihre Vertriebsziele übertreffen und dafür Bonuszahlungen einstreichen wollen.

Dagegen schnellten die Aktien von Restoration Hardware um mehr als 5 Prozent in die Höhe. Das Einrichtungshaus hatte im vergangenen Quartal beim Umsatz sowie beim Gewinn je Aktie positiv überrascht.

Im Dow notierten alle Papiere im Minus. Am Indexende büssten die Anteilscheine des Telekom-Konzerns Verizon Communications knapp 3 Prozent ein.

Am besten schlugen sich noch die Aktien von JPMorgan mit minus 0,45 Prozent. Banken könnte eine straffere Geldpolitik zugute kommen, da ihnen in Zeiten niedriger Zinsen wichtige Erträge wegbrechen. (awp/mc/upd/ps)

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