US-Schluss: Protestwelle in China beunruhigt Anleger

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(Adobe Stock)

New York – Proteste in China gegen die strikten Corona-Beschränkungen im Land haben den Anlegern an den US-Aktienmärkten zum Wochenstart die Stimmung vermiest. Scharfe Massnahmen Pekings gegen die Corona-Pandemie haben die grösste Protestwelle im Land seit Jahrzehnten ausgelöst und dürften die Aussichten für das globale Wirtschaftswachstum weiter trüben.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 1,45 Prozent bei 33’849,46 Punkten, nachdem er in der Vorwoche um 1,8 Prozent auf das höchste Niveau seit April gestiegen war. Der marktbreite S&P 500 verlor am Montag 1,54 Prozent auf 3963,94 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 sank um 1,43 Prozent auf 11’587,75 Zähler.

Die Ereignisse in China schienen für viele Marktteilnehmer eine Gelegenheit zu sein, um sich vorerst an die Seitenlinie zu stellen, erläuterte Marktexperte Andreas Lipkow. Die Auswirkungen der Proteste seien kaum abschätzbar und stellten eine ernstzunehmende Gemengelage für viele Branchen und Sektoren dar. Die Proteste erstreckten sich über viele Städte und Fabrikationsstätten in China und könnten zu erheblichen Störungen der Lieferketten in Europa, den USA und Asien führen, warnte Lipkow.

Prominentes Beispiel ist der iPhone-Hersteller Apple, der bereits deutlich unter den Geschehnissen leidet und dessen Aktien um 2,6 Prozent abrutschten. Laut einem Insider dürften in diesem Jahr Produktionsausfälle beim Lieferanten Foxconn in der chinesischen Metropole Zhengzhou die iPhone-Produktion im Vergleich zum Plan um fast sechs Millionen Geräte drücken. Wegen der strikten Pandemie-Massnahmen Chinas war es in den vergangenen Wochen rund um das grösste iPhone-Werk der Welt zu Protesten und Ausschreitungen gekommen.

Ein Bericht über einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Antikörper Lecanemab zur Behandlung von Alzheimer belastete die Papiere von Biogen, die um 4,3 Prozent absackten. Die Titel des schwedischen Entwicklungspartners Bioarctic standen noch stärker unter Druck.

Nach der Veröffentlichung persönlicher Daten von bis zu 533 Millionen Facebook-Nutzern muss der Mutterkonzern Meta in Irland 265 Millionen Euro Strafe zahlen. Die Meta-Titel verloren letztlich 2,4 Prozent.

Die an der Nasdaq notierten Papiere der grössten chinesischen Agrar-Online-Plattform Pinduoduo schnellten um mehr als 12 Prozent nach oben. Das Unternehmen wies für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von knapp fünf Milliarden US-Dollar aus, der die durchschnittliche Analystenerwartung deutlich übertroffen hatte.

Das vom deutschen Chemikalienhändler Brenntag bestätigte Interesse am US-Rivalen Univar Solutions trieb dessen Aktien um 4,5 Prozent in die Höhe. Ob es zu einer Transaktion kommt, ist noch offen. Der Markt für den Chemikalienhandel gilt als stark fragmentiert.

Der Euro büsste seine deutlichen Kursgewinne zum US-Dollar aus dem europäischen Handel im US-Geschäft wieder ein und wurde zuletzt mit 1,0338 US-Dollar gehandelt. Zuvor war die europäische Gemeinschaftswährung bis auf fast 1,05 US-Dollar auf den höchsten Stand seit Ende Juni gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0463 (Freitag: 1,0375) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9557 (0,9638) Euro gekostet.

US-Staatsanleihen legten leicht zu. Der Terminkontrakt für zehnjährige Anleihen (T-Note-Future) notierte zuletzt 0,03 Prozent höher bei 113,06 Punkten. Zehnjährige Treasuries rentierten mit 3,69 Prozent. (awp/mc/ps)

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