US-Schluss: Dow fällt um 1,4% auf 17’448 Punkte

New York – Die immer deutlicheren Hinweise auf eine baldige US-Leitzinserhöhung haben die Wall Street am Donnerstag stark belastet. Verschiedene Aussagen von Notenbankvertretern deuteten auf eine Zinswende schon im Dezember hin. Im späten Handel hatte sich der Abwärtssog noch etwas beschleunigt, so dass alle wichtigen Indizes einen Verlust von mehr als einem Prozent verbuchten. Der breit gefasste S&P 500 liegt damit seit Beginn des Jahres gerechnet wieder im Minus.

Der Dow Jones Industrial knüpfte an seinem Rückschlag vom Vortag an und fiel am Ende um 1,44 Prozent auf 17’448,07 Punkte. Der S&P 500 büsste am Donnerstag 1,40 Prozent auf 2045,97 Punkte ein und der technologielastige Index Nasdaq 100 gab um 1,04 Prozent auf 4588,93 Punkte nach.

Zuvor hatte der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, in einer Rede gesagt, dass die Krisenpolitik der Fed nicht mehr benötigt werde. Bullard verwies auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Inflation, die sich beide den Zielen der Notenbank annäherten.

Zudem meinte der regionale Fed-Präsident von New York, William Dudley, die Bedingungen für einen Anstieg des Leitzinses könnten bald erfüllt sein. Diese Aussage fand unter Anlegern besonders Gehör, da Dudley eigentlich als «Taube» gilt, also als Vertreter einer eher weichen geldpolitischen Linie.

In der auslaufenden Berichtssaison sprangen die Papiere des Einzelhandelsunternehmens Kohl’s um rund 6 Prozent an. Insbesondere der Gewinn hatte die Analysten positiv überrascht.

Der Medienkonzern Viacom hatte zwar bei Umsatz und Ergebnis die Erwartungen der Experten verfehlt. Allerdings rechnet das Unternehmen mit einem besseren Anzeigengeschäft im aktuellen Geschäftsjahr. Die Papiere legten um knapp 1 Prozent zu.

Am Dow-Ende sackten die Papiere des Baumaschinenherstellers Caterpillar um 4,52 Prozent auf 68,66 US-Dollar ab. Der grösste Caterpillar-Händler, die Firma Finning International, will Mitarbeiter entlassen. Die Kanadier begründeten dies mit der abflauenden Nachfrage. Auch die Aktien anderer Industrieunternehmen wurden von den Anlegern an der Wall Street überdurchschnittlich abgestraft.

Im Plus schlossen im Dow lediglich die Papiere des Technologiekonzerns United Technologies und die Anteilsscheine von Cisco Systems. Der Netzwerk-Spezialist enttäuschte aber nach Börsenschluss mit seiner Prognose, so dass die Aktien im nachbörslichen US-Handel um rund 3 Prozent absackten.

Aktien der Ölkonzerne litten unter den wieder fallenden Ölpreisen. So büssten ExxonMobil und Chevron Corp. jeweils deutlich mehr als 2 Prozent ein.

Auch die Papiere branchenverwandter Unternehmen gerieten unter Druck, da der Kupferpreis deutlich nachgegeben hatte. So sackten die Anteilsscheine des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan um knapp 6 Prozent ab. Für die Aktien des Aluminiumherstellers Alcoa ging es um mehr als 3 Prozent nach unten.

Der Kurs des Euro legte zu und notierte zuletzt bei 1,0821 US-Dollar. Der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, hatte davor gewarnt, dass die Inflation in den USA längere Zeit sehr niedrig bleiben könnte. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen legten angesichts der Verluste am Aktienmarkt um 5/32 Punkte auf 99 14/32 Punkte zu. Ihre Rendite betrug 2,31 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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