US-Schluss: Dow steigt 0,7% auf 20’412 Punkte

Boerse

New York – Die Aussicht auf Geldgeschenke in Form niedrigerer Steuern treibt die Wall Street auf immer neue Höhen. Der Dow Jones Industrial stieg am Montag auf eine Bestmarke bei 20’441 Punkten. Zum Handelsschluss stand noch ein Plus von 0,70 Prozent auf 20’412,16 Zähler zu Buche. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,52 Prozent auf 2328,25 Punkte nach oben und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,58 Prozent auf 5256,82 Zähler. Beide Indizes waren im Verlauf ebenfalls so hoch gestiegen wie nie zuvor.

Zuletzt hatten vage Steuerversprechen des US-Präsidenten Donald Trump zwischenzeitliche Bedenken in puncto negativer Konsequenzen seiner Sicherheitspolitik und protektionistischen Äusserungen in den Hintergrund gerückt. Positiv kamen zudem versöhnlichere Töne Trumps gegenüber China sowie ein gut verlaufenes Treffen mit Japans Premier Shinzo Abe an. Zum Wochenstart nun demonstrierten der US-Präsident und Kanadas Premier Justin Trudeau Nähe. Alle drei Länder sind wichtige Handelspartner der USA.

Anleger setzen vor diesem Hintergrund auf eine weiterhin starke Wirtschaftsentwicklung der USA. Experten warnen aber auch vor zu hohen Erwartungen, da es bisher wenig Konkretes gebe. Zudem bleibt die Zinspolitik der US-Notenbank Fed ein Thema. Die Blicke richteten sich bereits auf die an diesem Dienstag beginnende Anhörung der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vor US-Parlamentariern.

Unter den zahlreichen Gewinnern im Dow Jones Industrial waren die Aktien des iPhone-Konzerns Apple mit plus 0,89 Prozent auf 133,29 US-Dollar. Das war der bisher höchste Schlusskurs. Sie profitierten Händlern zufolge von lobenden Analystenkommentaren. Bis zu ihrem Rekordhoch fehlt nur noch etwas mehr als 1 Dollar.

Die Anteilscheine des weltgrössten Herstellers von Nachahmer-Medikamenten, Teva, gewannen nach der Vorlage der Geschäftszahlen mehr als fünfeinhalb Prozent. Der Konzern hatte von der Actavis-Übernahme profitiert und den Umsatz kräftig gesteigert. Unter dem Strich hatte zwar wegen hoher Sonderlasten ein Milliardenverlust gestanden, operativ hatte Teva aber besser abgeschnitten als befürchtet.

Auch eine Übernahme bewegte: Der irische Botox-Hersteller Allergan will den US-Medizintechnikspezialisten Zeltiq schlucken. Je Aktie liegt das Gebot bei 56,50 Dollar in bar. Zeltiq-Papiere sprangen um mehr als 13 Prozent auf 55,93 Dollar nach oben. Allergan-Aktien gewannen moderat.

Schlechte Stimmung herrschte hingegen bei den Aktionären von Mobilfunk-Unternehmen. Grund war laut Börsianern ein neuer Datentarif des Anbieters Verizon, der Bedenken in puncto Konkurrenzkampf schürte. Die Verizon-Papiere fielen um 0,88 Prozent. Für die Anteilscheine der Telekom-Tochter T-Mobile US ging es um 2,39 Prozent nach unten. Auch die Aktien der Wettbewerber Sprint sowie AT&T gerieten unter Druck.

Der zuvor im Zuge einer allgemeinen Dollar-Stärke unter Druck geratene Eurokurs pendelte um die Marke von 1,06 Dollar. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0598 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0629 Dollar festgesetzt. Am US-Rentenmarkt gaben zehnjährige Staatsanleihen um 6/32 Punkte auf 98 12/32 Punkte nach. Ihre Rendite betrug 2,43 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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