Aktienfokus Lonza: Leichtes Minus nach Jahreszahlen knapp in den Erwartungen

Der Umsatz lag zwar über den Prognosen, EBIT wie auch Reingewinn blieben dagegen leicht hinter den Erwartungen zurück. In Marktkreisen wurde das Ergebnis mehrheitlich gelobt, vor allem die Fortschritte im Bereich Biopharmaceuticals. Unterschiedlich wurden die Angaben zum Ausblick aufgenommen. Die negative Performance der Aktie sei vor allem auf Gewinnmitnahmen nach den starken Gewinnen vom Montag zurückzuführen, hiess es. Bis um 10.20 Uhr büssen Lonza 0,50 CHF oder 0,6% auf 83,35 CHF ein (Tagestiefst 82,25 CHF), gehandelt sind rund 243’000 Titel. Der Gesamtmarkt (SMI) legt dagegen minim um 0,03% auf 7’694,88 Punkte zu.

EBIT soll in den nächsten Jahren überproportional zulegen
Lonza hat 2005 einen Umsatz von 2’521 Mio CHF, einen EBIT von 297 Mio CHF und einen Reingewinn von 188 Mio CHF erwirtschaftet. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 2’475 Mio CHF, für den EBIT bei 301 Mio CHF und für den Reingewinn bei 193 Mio CHF. Lonza stellt für die nächsten Jahre ein jährliches Umsatzwachstum von 7 bis 10% in Aussicht, der EBIT soll dabei überproportional zulegen. Erfreulich sei die Umsatzentwicklung in der Division Exklusivsynthese & biopharmazeutische Produkte, schreibt beispielsweise die ZKB. Für die WestLB ist dies ein Hinweis darauf, dass die Strategie im Bereich Biopharma erfolgreich ist. Die angekündigten weiteren Expansione in diesem Geschäft dürften den positiven Einfluss auf die Profitabilität noch erhöhen, schreibt letztere in einem Kommentar. Für die ZKB wie für die Bank Leu ist aber auch die Umsatzentwicklung im Bereich polymere Zwischenprodukte positiv. Insbesondere trotz des starken Preisdrucks im Automobil- und Elektroniksektor, wie ZKB-Analystin Nina Baiker in ihrer Einschätzung ausführt.

Zahlen «mehr oder weniger in line»
Die Bank Leu zeigt sich auch vom Umsatzzuwachs der Division organische Feinchemikalien & anwendungsorientierte Spezialitäten angenehm überrascht. Dafür seien die Margen in diesem Bereich eine leise Enttäuschung, schreibt die Privatbank. Offenbar hätten die hohen Rohmaterial- und Energiepreise einen grösseren Einfluss gehabt als gedacht. Weiter äussert sich die Bank Leu auch zum langfristigen Ausblick wohlwollend. Dieser scheine besser als der bisherige. Insgesamt seien die Zahlen «mehr oder weniger in line», heisst es abschliessend. Ebenso sehen es die Analysten von Smith Barney. Die Erwartungen zur künftigen Entwicklung des EBIT lasse allerdings zu wünschen übrig, zeigt sich der US-Broker zum Ausblick etwas kritischer.

Enttäuschung über nicht bestätigte EBIT-Prognosen für 2006
Es sei enttäuschend, schreibt gar die Bank Sarasin, dass Lonza die früheren EBIT-Prognosen für 2006 nicht bestätigt habe. «Solide Resultate, aber etwas enttäuschender Ausblick», lautet das Fazit des Sarasin-Analysten Bernd Pomrehn. Die aktuellen Ziele von Lonza, ein Umsatzwachstum von 7 bis 10% sowie ein Anstieg des EBIT im tiefen zweistelligen Prozentbereich, lägen unter der bisherigen Zielsetzung von 10% für das Umsatzwachstum und einer jährlichen EBIT-Verbesserung um 15% bis 2008 oder 2010.

(awp/mc/hfu)

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