Atomstreit sorgt für Rekordjagd beim Goldpreis

Anleger, die sich zu Beginn des Jahres mit Gold eingedeckt haben, dürften sich nunmehr über einen Preisanstieg von etwa 23 Prozent freuen. Der Kursschub hat nach Einschätzung von Experten auch die Spekulation angeheizt. Experten weisen auf die Gefahren einer Blasenbildung hin.


Dabei erwarten Händler allerdings kurzfristig noch kein Ende der Kursrallye. Derzeit gebe es zahlreiche Gründe, die für Investitionen in das gelbe Edelmetall sprechen, hiess es. Die Sorge vor einer Eskalation im Atomstreit, der fallende Dollar und der Höhenflug der Ölpreise würden «geradezu für perfekte Bedingungen am Goldmarkt sorgen». Für Peter Grandich vom gleichnamigen US-Informationsdienst ist die derzeitige Konstellation an den Rohstoffmärkten «einmalig».


Preissprung über 700 Dollar möglich
Noch im laufenden Monat kann der Goldpreis nach Einschätzung von Experten über die Marke von 700 Dollar springen. Selbst der Rekordwert von 850 Dollar vom 21. Januar 1980 ist für einzelne Fachleute mittlerweile in Reichweite gerückt. Vorraussetzung seien aber weiter anhaltende Spannungen zwischen dem Iran und den USA und ein schwacher Dollar. Rohstoffexperten sehen in der Kursschwäche der Weltleitwährung ebenfalls eine der Hauptursachen für den Höhenflug des Goldpreises.


Die aktuelle Kursrallye an den Goldmärkten wird nach Einschätzung von Experten hauptsächlich durch Spekulationen angetrieben. Die Folge sei eine gefährliche Blasenbildung beim Goldpreis. DekaBank-Expertin Sandra Ebner warnte: «Jede Nachricht über eine sich abzeichnende Einigung im Atomstreit könnte den Goldpreis auch plötzlich wieder sehr stark nach unten drücken.»


«Flucht in Gold»
Lange Zeit galt Gold als der Inbegriff von Sicherheit. Seit einigen Monaten beobachten Experten allerdings einen sprunghaften Anstieg der Investitionen in Fondsprodukte, die auf einen steigenden Goldpreis spekulieren. «Hier ist einiges in den Goldmarkt geflossen, auch von Privatanlegern», sagte Ebner. An den Finanzmärkten gebe es eine «Flucht ins Gold», die kurzfristig für sehr viel Dynamik am Markt sorgt. Ein Sprung über die Marke von 700 Dollar sei daher in den kommenden Wochen «nicht mehr auszuschliessen».


Angebot auf den Weltmärkten wird zunehmend knapp
Noch beherrschen die geopolitischen Risiken das Geschehen an den Rohstoffmärkten. Langfristig werden sich die Anleger aber wieder stärker auf die Nachfrage konzentrieren. Die Goldminen haben laut Experten weltweit immer grössere Probleme, den steigenden Bedarf aus den boomenden Wirtschaftsregionen in Asien zu befriedigen. Das Angebot auf den Weltmärkten werde zunehmend knapper. Für das laufende Jahr rechnet die Schweizer Grossbank UBS mit einem Durchschnittspreis je Unze von 630 Dollar. Für 2007 erwarten die Schweizer Experten dann aber bereits einen Durchschnittspreis von 750 Dollar. (awp/mc/pg)

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