BCV-Urteilsverkündung zur Waadtländer KB-Affäre – Offener Prozessausgang

Die Urteilsbegründung, die Gerichtspräsident Philippe Colelough am Nachmittag um 14 Uhr verlesen wird, soll gemäss Angaben des Gerichts über 140 A4-Seiten lang sein. Der Prozess hatte bereits letzten November und Dezember stattgefunden.


Fünfwöchiges Verfahren
In dem fünfwöchigen Verfahren hatte das Bezirksgericht Lausanne versucht, Licht in die Bilanzmanipulationen aus den Jahren 1996 bis 2001 zu bringen.


Risiken bewusst zu tief angesetzt
Die sechs Angeklagten sollen Ende 1996 die Risiken für gefährdete Kredite der Waadtländer Kantonalbank (BCV) bewusst zu tief angesetzt und dies in den Folgejahren vertuscht haben. Als die Sache 2001 aufflog, schoss der Kanton als Mehrheitsaktionär in zwei Schritten über 1,86 Mrd CHF Kapital ein.


Gefängnisstrafe von 16 Monaten
Wegen der Bilanzmanipulationen wirft die Staatsanwaltschaft dem ehemaligen Kantonalbank-Chef vor, sich der mehrfachen Urkundenfälschung, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Veruntreuung schuldig gemacht zu haben. Die Anklage forderte deshalb für den Ex-CEO Gilbert Duchoud eine bedingte Gefängnisstrafe von 16 Monaten.


Geldstrafen von 180 bis 360 Tagessätzen
Für die anderen fünf Angeklagten beliefen sich die Strafanträge wegen mehrfacher Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung auf bedingte Geldstrafen von 180 bis 360 Tagessätzen. Alle Angeklagten verlangen dagegen Freisprüche. (awp/mc/gh)

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