Bilanz des Bauernverbandes: Gute Inlandernten

Vor allem der Sommer sei warm gewesen. Und geregnet habe es regelmässig und ergiebig. Entsprechend üppig fielen die Ernten aus. Mit 438’000 Tonnen geerntetem Brotgetreide erholte sich die Branche vom schlechten Vorjahr. Dieses war vor allem wegen eines nassen Sommers enttäuschend ausgefallen. Bei den Zuckerrüben konnten die Landwirte die Rekordernte vom Vorjahr mit 1,6 Mio Tonnen bestätigen.


Mehr Salat als je zuvor produziert
Die Gemüsebauern ihrerseits produzierten mehr Salat als im Jahr zuvor. Sie mussten aber deswegen und wegen Konkurrenz aus dem Ausland tiefere Preise in Kauf nehmen. Zugleich stiegen auch ihre Produktionskosten. Erneut rückläufig war hingegen die Anbaufläche bei den Kartoffeln: Sie ging um 5% auf 11’166 Hektaren zurück. Ein bedeutender Teil der Nachfrage musste deshalb durch Einfuhren aus dem Ausland gedeckt werden.


Negative Bilanz bei den Obstbauern
Ein ausgeprägt schlechtes Jahr hatten einzig die Obstbauern. Noch nie seien mit 3300 Tonnen so wenig Tafelbirnen eingelagert worden, heisst es. Bei den Äpfeln verfehlten die Obstbauern das Ziel (57’000 Tonnen) jedoch nur knapp. Nach dem guten letzten Jahr überrascht der Rückgang aber nicht: Die Bäume mussten sich erholen.


Sehr gute Weinernte
Die Weinernte ist laut Bauernverband sowohl in der Menge wie auch in der Qualität sehr gut. Nur die Weinbauern im Tessin erlitten Verluste, weil starke Niederschläge im September den Trauben geschadet hatten.


Milchstreik prägt
Im Milchsektor war das vergangene Jahr durch den Milchstreik geprägt, der im Sommer zu einer Milchpreiserhöhung für die Produzenten führte – aber auch eine Milchschwemme auslöste. Milchkühe waren wegen der höheren Milchpreise begehrt. Folglich lag der Preis für Milchkühe im Sommer um 400 CHF über dem Vorjahrspreis. Das geringe Angebot wirkte sich zudem auch auf den Markt für Schlachtvieh aus: Mit 12’750 Tonnen musste viermal mehr Kuhfleisch importiert werden als 2007.


Poulet- und Schweinefleisch-Nachfrage nicht zu decken
Die Importmenge nahm auch beim Schweine- und Geflügelfleisch und bei den Eiern deutlich zu. Schweinefleisch wurde doppelt so viel eingeführt wie voriges Jahr; bei den Eiern reichten die Zollkontingente erstmals nicht aus. Die grosse Nachfrage nach Poulets konnte die einheimische Produktion trotz Mengensteigerung ebenfalls nicht befriedigen. (awp/mc/pg/23)

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