Bâloise H1: Trotz Gewinnrückgang auf Kurs – Aktie steigt

Der Konzerngewinn ging im ersten Halbjahr um 10,9% auf 234,6 Mio CHF zurück. Das Geschäftsvolumen erhöhte sich dagegen um 0,5% auf 4’991,3 Mio CHF (+3,1% in LW). Weiter sehr solide präsentiert sich die Bilanz. Das Eigenkapital stieg per Ende Juni auf 4’000,4 (Ende 2008: 3’895,6) Mio CHF. Die Solvabilität verbesserte sich zum Semesterende hin auf 209% nach 180% Ende März. Mit Kapitalanlagen erwirtschaftete Bâloise im Halbjahr einen Nettoertrag von 766,3 (VJ 828,7) Mio CHF und eine Anlagerendite von 1,5%. Die Wertberichtigungen bei den Finanzanlagen mit Eigenkapitalcharakter beliefen sich brutto auf 165,0 Mio CHF. Nach Absicherungen weist die Bâloise noch eine Aktienquote von 4,7% (Ende 2008: 5,1%) aus.


Stark verbesserte Combined Ratio
Im Nichtleben-Bereich verbesserte die Bâloise die Combined Ratio (netto) deutlich auf 90,6 (92,3)% und auch brutto verblieb sie mit 88,1 (88,2)% auf sehr tiefem Niveau. Die Bâloise richte das Geschäft weiterhin konsequent auf «werthaltige, risikobewusste Kunden» aus, erklärte Finanzchef German Egloff an der Telefonkonferenz. Aufgrund ausbleibender Grossschäden sank die Brutto-Combined Ratio etwa in der Schweiz auf eine neue Rekordmarke von 78,6% (83,6%).


Der Nichtleben-Gewinn vor Finanzierungskosten und Steuern blieb gegenüber dem Vorjahr mit 229,3 (230,7) Mio CHF praktisch unverändert. Der Gewinn im Lebengeschäft ging vor allem bedingt durch tiefere Anlageerträge auf 54,0 (88,1) Mio CHF zurück.


Wachstum im Schweizer Lebengeschäft
Im Nichtlebengeschäft sank das Geschäftsvolumen um 2,6% auf 2’068,8 Mio CHF (+0,8% in LW). Die Lebensparte wuchs um 2,8% auf 2’922,5 Mio CHF (+4,9% in LW). Zum Wachstum hätten besonders die Länder Schweiz (+1,8%) und Belgien (+3,1% in LW) einen wichtigen Beitrag geleistet, sagte Strobel. Während die Prämieneinnahmen im Schweizer Sachgeschäft um 0,4% auf 982,0 Mio CHF leicht gestiegen sind, konnten im Lebengeschäft deutlich Marktanteile dazugewonnen werden. Bei einem Rückgang des Schweizer Marktes um 3%, steigerte die Bâloise das Geschäftsvolumen im Schweizer Lebengeschäft vor allem dank der sehr guten Entwicklung in der beruflichen Vorsorge um 3,0% auf 1’907,8 Mio CHF.


Ein weiterer Wachstumstreiber sei die Anfang Jahr neu gegründete Bâloise Life in Liechtenstein, von wo aus die Bâloise in Europa innovative Lebensversicherungen vertreibt. Ausserdem sei das lokale Geschäft in Luxemburg gut gelaufen und in Österreich die Vertriebsaktivitäten ausgebaut worden.


Umbau in Deutschland kommt voran
«In Deutschland beginnen die eingeleiteten Kostensparmassnahmen zu greifen», erklärte CEO Martin Strobel. Die Bâloise wird die Einheiten Basler, Deutscher Ring Sach und Deutscher Ring Leben unter eine einheitliche Führung stellen und damit bis 2012 Synergien von netto rund 20 bis 25 Mio EUR pro Jahr erzielen. Widerstand gegen diese Pläne leistet der Deutscher Ring Kranken (DR Kranken), der nicht zur Bâloise gehört, sondern sich dem deutschen Versicherer Signal Iduna anschloss. Mit Signal Iduna würden weiterhin Gespräche geführt, so Strobel dazu.


Ziele bestätigt – Aktie steigt
Bis 2012 will Bâloise die Ertragskraft mit gezielten Massnahmen steigern. Die Effizienzprojekte sollen dauerhaft einen Gewinnbeitrag von 200 Mio CHF leisten, bestätigte Strobel frühere Aussagen. Bestätigt wurde auch das über den Versicherungszyklus angestrebte EK-Renditeziel von 15%. Zudem soll die Combined Ratio weiter «deutlich unter 100%» zu liegen kommen. Für 2009 bleibt die Bâloise mit Prognosen zurückhaltend.


Die Aktie hat (+1,7% um 11.30 Uhr) mit deutlichen Avancen auf die Ergebnisse reagiert.  (awp/mc/pg/04)

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