Bobst schreibt 2009 erstmals rote Zahlen – EBIT -175,2 Mio. Franken

Das Ergebnis sei von Umstrukturierungs- und einmaligen Kosten belastet gewesen, teilte das Unternehmen mit. Bobst spricht zwar von einem Verlust im Rahmen der Erwartungen, die Analysten hatten allerdings etwas bessere Zahlen erwartet. Sie haben im Durchschnitt (AWP-Konsens) lediglich mit -144,3 Mio (EBIT) und -142,2 Mio CHF (Reinergebnis) gerechnet.


Umsatz um über einen Drittel eingebrochen
Der Umsatz wurde bereits Anfang Februar veröffentlicht: Er brach um über einen Drittel oder 578 Mio CHF auf 1’055 Mio CHF ein.


Restrukturierungsmassnahmen
Angesichts des schwierigen Umfeldes hat die Gruppe letztes Jahr umfangreiche Restrukturierungsmassnahmen eingeleitet. Die Kosten für Restrukturierungen beim Personal wurden mit 49,1 Mio beziffert, diejenigen für Wertminderungen (Impairment) etc. auf 11,4 Mio und die anderen Kosten auf 8,6 Mio CHF. Insgesamt waren es somit auf Stufe EBIT 69,1 Mio CHF bzw. 54,2 Mio CHF auf Stufe Reingewinn. Ohne den Einfluss dieser Massnahmen bzw. der einmaligen Kosten wäre das operative Ergebnis bei -106,1 Mio CHF gelegen, verglichen mit einem operativen Gewinn im Jahr davor von 111,7 Mio CHF, wie es heisst.


Operative Verluste in allen Geschäftsbereichen
Alle drei Bereiche haben 2009 unter der weltweiten Rezession gelitten und einen deutlichen Umsatzrückgang erlitten. Alle drei machten denn auch einen operativen Verlust, und zwar 73,2 Mio CHF die Division Faltkarton, 70,5 Mio CHF der Bereich Wellkarton und 29,9 Mio CHF das Segment flexible Materialien. Der zugrundeliegende Verlust für die drei Bereiche war bei 40,0 Mio, 48,4 Mio bzw. 16,3 Mio CHF.


Erneut keine Dividende
Der Generalversammlung wird angesichts der Verlustzahlen erneut vorgeschlagen, keine Dividende auszuschütten. Letztmals zahlte Bobst für 2007 eine Dividende von 3,50 CHF aus.


Optimismus steigt
Für das laufende Jahr zeigt sich Bobst wieder etwas optimistischer. 2010 habe mit einem etwas höheren Auftragsbestand angefangen als das letzte Jahr, entsprechend seien die Kapazitäten in den ersten Monaten des Jahres besser ausgelastet gewesen. Aufgrund des bisherigen Auftragseinganges rechnet Bobst mit einem Umsatz 2010 von rund 1,25 Mrd CHF; die Anfang Februar gemachte Umsatzschätzung wird somit bestätigt. Angesichts der höheren Umsätze und den Auswirkungen des Transformations-Progamms, das gemäss den Angaben nach Plan verläuft, erwartet Bobst eine «signifikante Verbesserung» auf Stufe EBIT und Reingewinn.


Zusammenlegung der Westschweizer Aktivitäten teurer als erwartet
Höher als ursprünglich geplant kommen die Kosten für die seit längerem geplante Zusammenlegung der Westschweizer Aktivitäten in Mex. Im März 2008 wurden die Kosten auf rund 130 Mio CHF geschätzt, abgeschlossen sollte das Projekt bis Ende 2011 sein. In der heutigen Mitteilung spricht Bobst von einem erwarteten Abschluss des Umzugs per Ende 2012. Die vorgesehenen Investitionen würden sich auf rund 180 Mio CHF belaufen, wovon rund 110 Mio CHF für Gebäude und rund 70 Mio CHF für Produktionsanlagen und weitere Infrastrukturen ausgegeben werden sollen.


Änderung im VR
Im Verwaltungsrat kommt es zu einem Abgang. Maia Wentland Forte, deren Amtszeit per nächster Generalversammlung ausläuft, wird für das Gremium nicht mehr zur Verfügung stehen. Charles Gebhard und Ulf Berg, deren dreijährige Amtszeit ebenfalls ausläuft, stehen für eine Wiederwahl zur Verfügung. (awp/mc/pg/07)

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