Börsen am Golf im Abwärtssog

von Gérard Al-Fil

Auch die Börsen der sechs GCC-Staaten bekamen den Westwind zu spüren und verbuchten am gestrigen Schwarzen Montag kräftige Kursverluste. Am stärksten gab Doha (Katar) mit eine Minus von 7,06 Prozent nach, am wenigsten der Markt in Muscat, der 0,16 Prozent abgab.

 

Erst Börsencrash, dann Immobiliencrash?
Der Dubai Financial Market (DFM General Index) fiel auf ein 52-Wochentief (Schlusskurs: 4’044,27 Punkte). Betroffen waren vor allem Finanz- und Immobilientitel. Emaar, mit 22 Mrd. Dollar Marktkapitalisieung einer der grössten Immobilenkonzern der Welt und ein Marktindikator in Dubai, verlor in den letzten zwölf Monaten rund 34 Prozent, was die Angst vor einem Immobiliencrash am Golf nährt. Die Abu Dhabi Exchange ADX gab um 4.35 Prozent nach, Ruad verlor 6,49 Prozent. Kursstürze auch an Dubais internationaler Börse DIFX: Die viertgrösste Hafenbetreiberin der Welt, die Dubai Ports World, verzeichnete mit einem Minus von 16,1 Prozent den höchsten Tagesverust seit ihrem IPO am 26. November 2007, und sie notiert mit 52 US-Cent auf einem Allzeittief. Schon berichten Händler im DIFC von ersten Liquiditätsengpässen im Interbankenhandel in den Golf-Emiraten. Für die vom Ölpreisboom der letzten Jahre verwöhnte Region ist die allgemeine Zurückhaltung nur schwer zu schlucken: «Abwarten und vorerst nicht investieren», laute die Devise an den Märkten, so die Banker.
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