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Noch klinge ein Mangel an Arbeitskräften wie Fiktion, sagte Rudolf Stämpfli, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, am Dienstag vor den Medien in Bern. Doch ein «Blick in die Geburtenstatistik belehrt uns eines anderen». Ab 2015 werde es der Schweizer Wirtschaft an Arbeitnehmern fehlen.


Ältere Mitarbeitende im Arbeitsprozess behalten


Für den Arbeitgeberverband lautet die Schlussfolgerung daher: «Wir müssen ältere Mitarbeitende im Arbeitsprozess behalten können», sagte Stämpfli. Dazu sei eine Abkehr «weg vom Jugendlichkeitswahn der letzten Jahre» nötig. Heute seien Arbeitnehmende ab 50 «nicht mehr gefragt» und hätten Mühe, neue Jobs zu finden.

Altersgerechte Personalpolitik


Es brauche eine altersgerechte Personalpolitk, welche die Stärken der älteren Mitarbeiter zum Tragen bringe. Das heisst auch, weg vom heute gängigen «Defizit-Modell, das davon ausgeht, das Fertigkeiten und Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter abnehmen».

«Kompetenzmodell»


Das sei «die falsche Basis», sagte Stämpfli. Gefragt sei ein «Kompetenzmodell», das in den Vordergund stellt, was ein älterer Arbeitnehmer besser kann als sein jüngerer Kollege: Effizienz, Präzision und ganzheitliches Arbeiten etwa dank Erfahrung und Abgeklärtheit.

Generationen in Unternehmen sollen voneinander profitieren


«Es ist Zeit, die Bilder, die wir in uns tragen zu hinterfragen und Vorurteile abzubauen». Die Generationen müssten in den Unternehmen vermehrt voneinander profitieren. Der Arbeitgeberverband entwickelte deshalb zusammen mit Verwaltung, Experten und Arbeitnehmerorganisationen eine «Altersstratgie».

Monitoring soll Umdenken bewirken


Mit Empfehlungen und konkreten Tipps soll bei den Arbeitgebern ein Umdenken bewirkt werden: Ein Monitoring ermöglicht, die Kompetenzen und Fähigkeiten eines Arbeitnehmers zu erfassen. Sich abzeichnende Defizite können so erkannt werden – aber auch neue Potenziale, wie Hubert Barde, bis Ende Juni Vizepräsident des Arbeitgeberverbands, erläuterte.

Bedürfnisse der älteren Mitarbeiter berücksichtigen


Wichtig seien auch Personalgespräche, welche die Bedürfnisse der älteren Mitarbeitenden berücksichtigten. Diese müssten auch frühzeitig in Innovationsprogramme einbezogen werden. So lasse sich Abwehrhaltungen gegenüber Neuem, wie sie bei älteren Menschen vorkommen, abbauen.

Erfahrungsaustausch fördern


Der Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen muss gefördert, zu starkes Hierarchie- und Karriere-Denken abgebaut werden. Es brauche altersunabhängige Weiterbildung, altersneutrale Einstellungspolitik und -bedingungen.

Flexbilisierung des Pensionsalters


Grundsätzlich schlägt der Arbeitgeberverband vor, das Pensionsalter zu flexibilisieren. Eine Pensionierung müsse auch nach dem technischen Rücktrittsalter, wie es die meisten Pensionskassenreglemente vorschreiben, möglich sein. Dies soll vertraglich geregelt werden, auch eine Anpassung von Gesamtarbeitsverträgen sei denkbar.

Altersteilzeit ermöglichen


Auch Altersteilzeit müsse möglich werden. Ältere Arbeitnehmer reduzieren, unter Umständen schrittweise, ihr Pensum und beziehen eine entsprechende Teilpension. Sie sollen auch die Möglichkeit haben, gewisse Aufgaben stufenweise abzugeben. (awp/mc/ar)
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