CH-Schluss: Deutlich fester – Geithner-Pläne beflügeln

Positive Signale kommen auch von der Immobilienseite in den USA: Die Verkäufe von bestehenden Häusern sind im Februar entgegen den Erwartungen um gut 5% angestiegen. Es deute sich an, dass die jüngste heftige Abwärtsbewegung am US-Immobilienmarkt zum Halten kommen könnte.


Der SMI schloss 3,01% respektive 143,90 Punkte höher auf 4’931,07 Einheiten. Der 30 Titel umfassende und gekappte SLI gewann 2,80% auf 707,52, der breitere SPI 2,68% auf 4’140,56 Punkte.


Bei den Bluechips gehörten die Banken- und Versicherungstitel erneut zu den grössten Gewinnern. So stiegen Swiss Re 7,1% auf 18,75 CHF, ZFS 8,1% auf 190,50 CHF, Swiss Life 5,5% auf 72,45 CHF, UBS 3% auf 13,15 CHF und CS 5,8% auf 36,72 CHF.


Ob der so genannte «Geithner-Plan» die Probleme des Finanzsektors löst, müsse sich aber erst noch weisen, mahnen Experten. Die zentrale Frage, diejenige der Bestimmung eines fairen Preises für die toxischen Assets, sei noch nicht beantwortet. «Es gibt sicher einige ermutigende Signale, aber es ist noch zu früh, um von einer nachhaltigen Verbesserung zu sprechen», meinte ein Marktteilnehmer.


Im Ansatz der US-Regierung soll das Bankensystem durch eine Übernahme eines Grossteils des Risikos durch private Investoren von seinen toxischen Vermögenswerten befreit werden. Zur Anschiebung des Programms stellt die US-Regierung bis zu 100 Mrd USD zur Verfügung. Damit sollen in einem ersten Schritt der Kauf fauler Papiere über 500 Mrd USD finanziert werden. Mit der Zeit könne das Programm aber auf bis zu eine Billion USD verdoppelt werden, erklärte das Finanzministerium.


Eine stark steigende Tendenz war auch bei OC Oerlikon (+11,3% auf 40,70 CHF) auszumachen. Der Industriekonzern wird am Donnerstag seine Jahreszahlen vorlegen, Beobachter sprachen daher von Glattstellungen im Vorfeld des Termins. Sehr fest tendierten auch Holcim (+6,1% auf 39,80 CHF). Der Zementhersteller leitet gegen Venezuela wegen der Enteignung seiner Tochter vor dem internationalen Schiedsgericht ICSID in Washington rechtliche Schritte ein.


Auf der Gegenseite banden die Aktien des Pharmaschwergewichts Novartis (+0,4% auf 43,06 CHF) die Indizes etwas zurück, während Roche (+1,5% auf 147,10 CHF) im Tagesverlauf nach oben drehten. Nestlé stiegen nach relativ grossen Abgaben zum grossen Eurex-Verfall am Freitag um 4,8% auf 36,90 CHF.


Im breiten Markt stiegen Meyer Burger (+1,6%), Cosmo (+4,4%) und Metall Zug (+4,7%) nach Zahlen an. Meyer Burger hat die Erwartungen mit den Zahlen übertroffen und auch Cosmo überraschte die Analysten mit einem guten Reingewinn. Bei Metall Zug wurde vor allem das Betriebsergebnis positiv hervorgehoben, wogegen ein schwaches Finanzergebnis auf den Reingewinn drückte.


Auch Rieter (+6,2%) wurden stark nachgefragt, nachdem der Winterthurer Industriekonzern den dringend benötigten Bankenkredit unterzeichnen konnte. Am (morgigen) Dienstag wird Rieter das Geschäftsergebnis 2008 vorlegen. Die Aktien von Ascom sprangen um 10,2%. Das Technologieunternehmen baut mit dem Kauf des Ericsson-Bereichs TEMS ein drittes Standbein auf.


Stark nachgefragt wurden auch die Titel von Charles Vögele (+10%) und dies bei sehr hohen Volumen. Der Verwaltungsrat des Bekleidungsunternehmens hat sich dem Druck seitens einer Aktionärsgruppe gebeugt: Vier von acht Verwaltungsräten, darunter der Präsident und der Vize, haben ihren Rücktritt angekündigt. (awp/mc/ps/30)

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