CH-Schluss: Freundlich nach positiven US-Impulsen

Verschiedene US-Konjunkturdaten fielen erfreulich aus: So stiegen die Einzelhandelsumsätze im März unerwartet deutlich und der Preisauftrieb blieb moderat. Fed-Chef Ben Bernanke schätzt das Wachstum der US-Wirtschaft indes verhalten ein, wie er in Washington erklärte. Konkrete Zinssignale waren den Äusserungen nicht zu entnehmen. Die Wall Street tendierte bis Handelsschluss in Europa freundlich.


Bei Börsenschluss gewann das Blue-Chips-Barometer SMI 0,45% auf 6’916,59 Punkte, das Tageshoch lag mit 6’933 Punkten leicht unter dem Mitte März markierten Jahreshoch von 6’944 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückte um 0,55% auf 1’072,24 Punkte vor und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,47% auf 6’083,37 Punkte.


Im Mittelpunkt des Interesses standen UBS (+2,4%). Die Generalversammlung der Grossbank in Basel dauerte bis nach Handelsschluss an. CEO Oswald Grübel sieht das Institut auf Kurs, rechnet aber noch mit weiteren Geldabflüssen, wie er erklärte. Die Anteilseigner stimmten dem umstrittenen Vergütungsbericht 2009 zu und erteilten der Unternehmensleitung die Entlastung für 2009 und 2008, aber nicht für 2007.


Die UBS-Valoren wurden jedoch vor allem durch die überraschend guten J.P.-Morgan-Zahlen sowie durch eine Rating- bzw. Kurszielerhöhung der HSBC gestützt, sagten Marktbeobachter. Das Institut bewertet die Valoren neu mit «Overweight» («Neutral») bei einem höheren Kursziel. Für die CS (+2,1%) erhöhte die HSBC das Kursziel leicht. Julius Bär (-0,9%) verbuchten ohne News grössere Einbussen. Auch Assekuranzen waren weniger gesucht.


Adecco (+3,9%) rangierten hingegen an der Spitze im SMI/SLI. Händler machten Umschichtungen innerhalb des Sektors aus den Valoren von Michael Page und Hays dafür verantwortlich. Zudem bestätigte Adecco-CEO Patrick De Maeseneire Aussagen vom März, wonach sich die Zahlen seit August 2009 Woche für Woche verbessert hätten und im ersten Quartal 2010 in den grossen Märkten wieder ein Wachstum zu verzeichnen gewesen sei.


Auch Sonova (+2,4%) profitierten von Äusserungen des Managements. CEO Valentin Chapero zeigte sich in einem Zeitungsinterview zuversichtlich für das abgeschlossene und das neue Geschäftsjahr. Gleichzeitig stellte die Anbieterin von Hörlösungen neue Produkte der Marken Phonak und Unitron vor.


Logitech (+2,5%) waren vor allem im Zuge des guten Quartalsergebnisses von Intel gesucht. Dabei werde von der Erholung der Nachfrage nach Chips auf steigende Verkäufe bei Computer-Peripherie-Geräten geschlossen, meinten Händler.


Die zyklischen Petroplus (+1,9%), Kühne+Nagel (+1,6%) und Holcim (+1,5%) wiesen ebenfalls grössere Avancen auf.


Eine gewisse Stütze im SMI boten die schwergewichteten Nestlé (+0,6%). Roche verloren im Vorfeld des Erstquartal-Umsatzes 0,1% und Novartis 0,4%.


Prozentual grösster Verlierer unter den Bluechips waren Swatch (-1,5%), ohne News. Auch Richemont (-0,9%) gaben deutlich nach.


Im breiten Markt konnten Elma (+2,9%), Vaudoise (+4,2%) und Bossard (+0,4%) nach Zahlen unterschiedlich stark zulegen. Vom positiven Sentiment für Technologiewerte wurden Kudelski (+3,0%) beflügelt.


Eine Kaufempfehlung aus dem Hause MainFirst trieb die Aktien von Barry Callebaut (+2,7%) auf neue Jahreshöchstkurse. EFG International (+13,5%) profitieren von einer Studie aus dem Hause Helvea.


Micronas (+6,2%) erhielten ein höheres Kursziel durch UniCredit, während Temenos (-3,9%) unter einer Herabstufung auf «Neutral» («Buy») durch die UBS litten. (awp/mc/pg/30)

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