CH-Schluss: Klares Minus zum Schluss – Gewinnmitnahmen

Im Anschluss an die US-Eröffnung um 15.30 Uhr verstärkten sich die Abgaben phasenweise noch etwas, da auch an den US-Märkten die Gewinne der letzten Tage mitgenommen wurden. «Der Markt hatte keine Impulse, um weiterzusteigen», so ein Händler. Die guten US-Makrodaten seien erwartet und eingepreist gewesen, die Aussagen von Fed-Chairman Ben Bernanke hätten zudem nichts Neues gebracht.


Das Blue-Chips-Barometer SMI verlor bei Börsenschluss 37,41 Punkte oder 0,70% auf 5’280,93 Zähler (Tagestief 5’265). Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI büsste 0,33% auf 797,62 Stellen ein, der breite Swiss Performance Index SPI 0,45% auf 4’548,68 Punkte.


Die grössten Abgaben unter den Blue Chips gingen zum Schluss an Synthes (-6,2% auf 106,20 CHF). Die Titel des Medtechunternehmens stehen seit der Vorlage von unerwartet schwachen Erstquartalszahlen letzte Woche deutlich unter Druck. Grössere Verluste erlitten daneben aber auch ZFS (-2,9%), Lonza (-2,7%) oder Actelion (-2,7%).


Daneben drückten auch die Schwergewichte Novartis (-1,8%), Nestlé (-0,6%) und Roche (-0,8%) auf die Indices. Bei Nestlé sprachen Händler von einer negativen Studie aus dem Hause UBS. Die Bank hat die Papiere von der «European Food/HPC/Tobacco Most Preferred List» gestrichen. Nestlé bleibe zwar ihr bevorzugter Large Cap, aber es fehle ein kurzfristiger Antrieb, begründen die UBS-Experten ihre Entscheidung. Die schwindenden Sorgen hinsichtlich einer Grippe-Pandemie liessen insbesondere die Kurse beim Tamiflu-Hersteller Roche bröckeln, sagte zudem ein Marktteilnehmer.


Swiss Re (-1,4%) gaben nach einer Ratingabstufung nach. In einer Anlagestudie nahm das Aktienresearch der UBS die Ratingempfehlung auf Verkaufen (von Neutral) zurück.


Lange grösster Verlierer waren Swiss Life, die Titel erholten sich aber zum Schluss (-0,2% auf 89,85 CHF, Tagestief 84,30 CHF) wieder deutlich. Der grösste Schweizer Lebensversicherer hat vorbörslich gewisse Zahlen zum ersten Quartal veröffentlicht und dabei etwas enttäuscht. Vor allem die schwachen Quartalszahlen von AWD und der Rückgang der Gruppensolvabilität drückten laut Marktteilnehmern auf den Kurs. Für etwas Unruhe sorge ausserdem der Rücktritt von CFO Thomas Müller per Ende Juni. Auf dem tieferen Niveau sei es dann aber wieder zu Anschlusskäufen gekommen, hiess es.


Deutlich gegen den Markttrend stemmten sich UBS (+2,3% auf 16,07 CHF), wobei der Kurs unter dem Höchststand von 16,61 CHF schloss. Die am Berichtstag veröffentlichten (detaillierten) Erstquartalszahlen fielen zum Teil etwas besser als erwartet aus. «Einige Zahlen wie etwa die Neugeldzuflüsse und die Kernkapitalquote fielen besser aus, als wir erwartet hatten», kommentierte die Bank Vontobel das Ergebnis. Deren Analystin Teresa Nielsen rechnet in Zukunft mit deutlich geringeren einmaligen Belastungen und erwartet daher, dass die Bank im zweiten Quartal einen Gewinn erwirtschaften wird.


Diverse wichtige Unternehmen werden morgen Zahlen veröffentlichen. Im Vorfeld davon avancierten Clariant um 4,0%, bei Holcim waren es +1,6%, bei Swisscom +0,8% und bei Adecco +0,3%. Clariant waren damit grösster SMI/SLI-Gewinner, deutliche Avancen gab es daneben noch für Geberit (+3,9%) und Baloise (+3,2%), ohne fundamentale News allerdings.


Im breiten Markt waren unter den grössten Gewinnern u.a. Swissmetal (+17,9%), Airesis (+17,0%), Walter Meier (+13,1%) oder Cytos (+12,5%) zu finden. Bei letzteren gebe es Spekulationen bezüglich eines Schweinegrippe-Impstoffes, hiess es am Markt. Relativ stark unter Druck waren am Dienstag Elma (-7,8%), Lenzerheide Bergbahnen (-7,1%) oder COS (-6,7%). (awp/mc/pg/31)

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