CH-Schluss: US-Arbeitsmarktdaten lösen weiteren Kurseinbruch aus

Händler sprachen von überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten. «Sowohl die Zahl der neu geschaffenen Stellen als auch die plötzlich nach oben schnellende Arbeitslosenquote markieren das Ende eines intakten Arbeitsmarktes», resümierte ein Analyst. Statt der erwarteten Stellenzunahme von 50`000 meldete das US-Arbeitsministerium für Dezember nur 18`000 neue Stellen. Die Arbeitslosenquote erreichte mit 5,0% eine psychologisch wichtige Marke, gerechnet wurde mit 4,8%. Danach konnte auch der `robuste` ISM- Dienstleistungsindex die Märkte nicht mehr beruhigen.


Der SMI sank um 2,27% oder 188,84 Punkte auf 8`129,98 Punkte und somit nahe an den 52-Wochentiefststand von Mitte November bei 8`080,91 Punkten. Aus den zwei ersten Handelstagen des neuen Jahres resultiert ein Minus von 4,2%. Der 30 Titel umfassende SLI gab um 2,46% auf 1`238,04 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,14% auf 6`647,47 Punkte.


Grosse Leidtragende waren konjunktursensitive Titel von Unternehmen, welche besonders unter einer US- oder gar weltweiten Rezession leiden würden. So gaben die Luxusgüterwerte Swatch 7,3% auf 303,00 CHF und Richemont 5,0% auf 71,05 CHF nach. Aber auch Nobel Biocare (-5,5% auf 276,00 CHF), ABB (-4,5% auf 29,74 CHF), Julius Bär (-4,5% auf 84,30 CHF) und Adecco (-4,2% auf 56,60 CHF) büssten über 4% ein.


UBS (-3,0% auf 49,50 CHF) und CS (1,9% auf 65,70 CHF) konnten sich zwar etwas vom Tabellenende lösen, schlossen aber dennoch klar tiefer. Die Kreditkrise zieht nach wie vor ihre Kreise. So dürften die Wall Street Behörden Pressemeldungen zufolge eine Untersuchung diesbezüglich einleiten und die Citigroup stufte die europäischen Investmentbanken auf `Underweight` von `Neutral` zurück. Die Analysten von Société Générale haben das Anlagerating für UBS und CS ebenfalls gesenkt.


Die Assekuranzwerte Swiss Life (-1,3% auf 273,25 CHF), ZFS (-1,9% auf 319,00 CHF) oder Swiss Re (-2,0% auf 77,45 CHF) hielten die Verluste in Grenzen. Roche Genussscheine lagen lange in der Gewinnzone und gaben bis zum Schluss um 1,0% auf 190,00 CHF nach. Syngenta (-1,0% auf 299,25 CHF) `profitierten` nach wie vor von guten Zahlen des Konkurrenten Monsanto. Die geringsten Abgaben verzeichneten aber Novartis (-0,8% auf 60,70 CHF), während Nestlé mit minus 2,3% auf 502,00 CHF im Mittelfeld des SMI zu finden waren.


Im SLI setzten OC Oerlikon (-7,4% auf 408,25 CHF) und Givaudan (+0,5% auf 1`078 CHF) die Eckpunkte. Auch Actelion (+0,2% auf 52,10 CHF) konnten leicht an Wert zulegen.


Im breiten Markt tat sich an diesem nachrichtenarmen Tag nicht sehr viel. Die klarsten Abgaben waren bei Cosmo (-8,7%), EFG (-7,9%) und Walter Meier (-7,7%) zu sehen.Auf der Gegenseite waren New Venturetec (+9,3%), Addex (+9,1%) und Airesis (+8,7%) am stärksten gesucht. (awp/mc/ab)

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