CH-Verlauf: Abgaben reduziert – Banken weiter unter Druck

Der Blick richtet sich nun nach Übersee, wenn am Nachmittag gewichtige US-Unternehmen Zahlen vorlegen und Konjunkturdaten auf der Agenda figurieren. Am Abend sind die US-Notenbank mit ihrem Zinsentscheid und US-Präsident Obama mit seiner Rede zur Lage der Nation an der Reihe.


Bis um 12 Uhr verliert der SMI noch 0,25% auf 6’467,97 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst 0,50% auf 990,26 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,26% auf 5’590,42 Punkte ein.


Die Grossbankenaktien UBS (-1,7%) und Credit Suisse (-2,0%) zeigen sich weiter mit deutlichen Abgaben, nachdem Morgan Stanley für beide Titel jeweils das Kursziel gesenkt hat. Das Bankhaus begründete den Schritt mit Sorgen hinsichtlich der Auswirkungen einer möglichen stärkeren Regulierung des Sektors. Die Marktteilnehmer hätten diese bisher unterschätzt, so Morgan Stanley und verweist auf zu erwartende Dividendenkürzungen.


Ebenfalls mit Abgaben präsentieren sich die Versicherer ZFS (-0,6%) und Swiss Life (-0,3%), während sich Swiss Re mit -0,1% gut halten. Die Zahlen des US-Konkurrenten Travelers liessen positive Rückschlüsse auf das US-Sachversicherungsgeschäft zu, sagten Händler.


Die grössten Verluste gehen aber an Holcim (-2,8%). Die Aktien werden von den schwachen Quartalszahlen des mexikanischen Konkurrenten Cemex belastet. Deutlich tiefer gehen auch Adecco (-1,4%) vor dem US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag um. Ebenfalls als kursbelastend erweise sich ein Entscheid eines französischen Obergerichts, welches ein Bussgeld im Gegenwert von 34 Mio EUR gegen Adecco in zweiter Instanz aufrecht behält.


Am anderen Ende der Skala finden sich ABB mit +0,5%. Händlern zufolge stützt hier eine Studie der britischen Execution Research zum europäischen Investitionsgütersektor. Das Institut stufe die ABB-Valoren mit einem Kursziel von 23 CHF von «Hold» auf «Buy» hoch.


Novartis (+0,6%) stützen im Nachgang zu den Jahreszahlen vom Dienstag den Schweizer Aktienmarkt massgeblich. Die Titel werden von der Kurszielerhöhung durch diverse Brokerhäuser getragen. Bis dato haben fünf Banken ihre Schätzung erhöht. Die Konkurrenzpapiere von Roche gehen um 0,4% zurück. Der SMI wird ferner von Nestlé (+0,4%) gestützt.


Actelion notieren 0,3% tiefer. Am Vorabend hatte der US-Konkurrent Gilead seine Zahlen präsentiert und dabei insbesondere ein solides Wachstum beim Medikament Letairis gezeigt, einem Konkurrenzprodukt des Actelion-Medikaments Tracleer. Noch scheine es aber am Markt genug Platz für verschiedene Mitbewerber zu haben, wiegeln Experten ab.


Die Aktien von Synthes gehen um 1,1% zurück. Analysten ziehen aus den am Vorabend vom Mitbewerber Stryker vorgelegten Zahlen jedoch positive Schlüsse für den Orthopädiekonzern. Die Ergebnisse von Stryker legten den Schluss nahe, dass der Markt keinen Einbruch erlitten habe.


Auch Syngenta (-0,7%) profitieren nur bedingt von den Quartalszahlen des US-Chemiekonzerns DuPont.


Im breiten Markt geben die Titel der Bank Sarasin (-0,1%) zu reden. Hier seien bereits über 130’000 Aktien ausserbörslich umgesetzt wurden und das zu einem Preis unter dem gegenwärtigen Geldkurs von 36,10 CHF. Im regulären wurden zum Vergleich erst 10’000 Stücke umgesetzt.


Ferner hat sich am Berichtstag die Banque Cantonale du Jura in die Bücher blicken lassen, die Titel sinken um 1,3%. Hügli (+4,8%) sind hingegen nach Umsatzzahlen gesucht. Am Markt fallen die ersten Kommentare entsprechend positiv aus.


Feintool gehen 3% höher um. Das Unternehmen hatte am Vortag mit Umsatz und Auftragseingang positiv überrascht. Heute stufte die Bank Vontobel den Titel auf «hold» von zuvor «reduce» hoch. (awp/mc/pg/17)

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