CH-Verlauf: Ins Plus vorgearbeitet – Defensive Titel als Basis

Angesichts der Vorgaben habe sich der Markt überraschend widerstandsfähig gezeigt, sagte ein Händler.


Nachdem heute die Unterstützung bei 5’260/70 Punkten im SMI gehalten habe, sei kurzfristig weiterhin mit einer Bandbreite zwischen dieser Unterstützung und 5’550 Stellen zu rechnen – dem Kursband, das bereits seit Mitte Mai Bestand habe, hiess es weiter. Von den heute publizierten Makrodaten aus dem EU-Raum seien keine klaren Signale gekommen. Daher dürfte der Markt auf die US-Daten von heute Nachmittag und den Fed-Entscheid von morgen Mittwoch warten, so Marktbeobachter.


Bis um 12.00 Uhr gewinnt das Blue-Chips-Barometer SMI um 0,38% auf 5’330,70 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückt um 0,19% auf 794,19 Punkte vor und der SPI um 0,32% auf 4’590,55 Punkte.


Die Basis für die wieder steigenden Kurse hätten vor allem die Indexschwergewichte Novartis (+1,0%), Roche (+1,0%) und Nestlé (+0,7%) gelegt, was die noch labile Konjunkturlage widerspiegle. Zusätzlichen Aufwärtsschub hätten auch die inzwischen freundlichen US-Futures gegeben. Darüber hinaus seien vor allem Käufe in Spezialsituationen sowie zuvor deutlich zurückgenommenen Titeln erfolgt, hiess es weiter.


Swisscom (+0,6%) könnten von einer positiven Studie der Citigroup zum Telekommunikationssektor profitieren, so Marktbeobachter. Das Unternehmen hat zudem eine kleinere Akquisition der Tochter IT Services bekannt gegeben.


Unter den Finanzwerten legen UBS (+3,3%) nach Zeitungsberichten zu, wonach sich in der Steueraffäre der Grossbank in den USA möglicherweise eine Einigung abzeichnen könnte. Damit erzielt der Titel die prozentual grössten Avancen im SMI-/SLI-Tableau. Demgegenüber verlieren CS (-1,3%) und Julius Bär (-1,1%) deutlich.


In Swiss Life (-4,9%) würde die Ratingänderung durch die UBS auf neu «Sell» von «Neutral» belasten, so ein Händler. Swiss Re (-1,6%) und ZFS (-1,2%) verlieren, während Bâloise (+0,6%) nach deutlichen Korrekturen wieder gesucht sind.


Unter den zyklischen Valoren sind – ebenfalls nach deutlichen Abgaben – Logitech (+1,4%), Lonza (+1,1%) und Givaudan (+1,1%) gefragt. Auch SGS (+0,8%), Clariant (+0,8%) und Adecco (+0,5%) gewinnen überdurchschnittlich. Syngenta (+0,3%) plant die Aufnahme einer Anleihe im Volumen von 500 Mio EUR mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Dagegen fallen OC Oerlikon (-4,3%) durch weiterhin hohe Einbussen auf.


Während Swatch (-1,4%) nach dem stärker als erwartet ausgefallenen Rückgang der Uhrenexporte im Mai tiefer gehandelt werden, zeigen sich Richemont (-0,5%) etwas resistenter.


Im Gesamtmarkt hat Gavazzi (+1,7) den Abschluss des Geschäftsjahres 2008/09 vorgelegt und dabei die Erwartungen etwas übertroffen. Panalpina (+2,2%) und Phoenix Mecano (+1,6%) profitieren von Heraufstufungen, während Meyer Burger (-1,5%) von einer Rückstufung belastet werden. (awp/mc/pg/19)

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