CH-Verlauf: Leicht im Minus – Luft etwas draussen

Dies verlautete am Montag aus Händlerkreisen. Auch die ZKB meint in einem Kommentar, die Aktienmärkte seien nach dem steilen Anstieg seit anfangs Februar kurzfristig verletzlich geworden. Technisch gesprochen seien sie überkauft und reif für eine Konsolidierung. Die Bank rechnet aber lediglich mit einer kleinen und vorübergehenden Korrektur in der Grössenordnung von maximal 5%; beim SMI dürfte bereits die Marke von 6’600 Punkte gute Unterstützung bieten.


Das Blue-Chips-Barometer SMI verliert zur Mittagszeit 0,20% auf 6’834,00 Punkte; der neue Jahreshöchststand, der kurz nach Eröffnung erzielt wurde, steht bei 6’866,35 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil 0,11% auf 1’045,23 Zäher ein, der breite Swiss Performance Index (SPI) ebenfall 0,11% auf 5’943,13 Punkte.


Unternehmensnews von den Blue Chips gibt es nur wenige, etwas Substantielles liegt einzig zum Pharmakonzern Roche (-0,6%) vor. Der Basler Konzern hat die Entwicklung von Ocrelizumab bei Rheumatoider Arthritis auf Empfehlung eines firmenunabhängigen Gremiums gestoppt. Dieses sei nach der Analyse von Studien zum Medikament zum Schluss gekommen, dass die Sicherheitsrisiken für die spezifische Patientenpopulation derzeit die Vorteile überwiegen würden. Allzu schlimm wird das Ganze allerdings nicht beurteilt. Solche Rückschläge gehörten zum Geschäft, heisst es etwa bei Wegelin dazu. Gleichwohl wäre es nicht überraschend, wenn einige Akteure diese Meldung als Entschuldigung verwenden, um Kasse zu machen.


Bei den anderen Index-Schwergewichten kommt es ebenfalls zu leichten Gewinnmitnahmen. So büssen Nestlé 0,1% und Novartis 0,2% ein. Zu Verkäufen kommt es nach dem Anstieg von 9% letzte Woche auch bei den Aktien von Syngenta (-0,9%). Der Agrochemie-Konzern startet heute via eine zweite Handelslinie ein Aktienrückkaufprogramm über 10% des ausstehenden Aktienkapitals. Zu den grössten Verlierern bei den Blue Chips gehören ausserdem noch – ohne fundamentale News dazu – Logitech (-1,1%), Givaudan (-0,8%) und Sonova (-0,6%).


Grösste Gewinner unter den 30 SMI/SLI-Titeln sind zum Berichtszeitpunkt Petroplus (+1,3%), ZFS (+0,8%) sowie Holcim (+0,7%), auch hier ohne Nachrichten der Unternehmen. Die heutigen Bewegungen seien meist relativ klein und zum Teil etwas zufällig, hiess es. Bei Nobel Biocare (+0,3%) sprechen Händler von anhaltenden Käufen im Zusammenhang mit einer Neubewertung der Titel. Die Papiere hätten nach der deutlichen Kurskorrektur nach Mitte Januar kaum mehr Spielraum nach unten gehabt, verlautete letzte Woche bereits.


Im breiten Markt haben u.a. die im Bereich elektrischer Antriebe für die Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik tätige Belimo (+4,0%) und der Sicherheitstechniker Kaba (+5,6%) Zahlen bekannt gegeben, die positiv überrascht haben. Ausserdem hat Siegfried (-3,9%) die neuen Anteilseigner genannt, nachdem am vergangenen Freitag der Rückzug eines grossen Aktionärs bekannt geworden war. Der Investor Rainer-Marc Frey und der Industrielle Thomas Schmidheiny gehören u.a. dazu.


Swisslog (+4,2%) hat zudem einen neuen Auftrag und Von Roll (-0,7%) eine kleinere Akquisition bekannt gegeben. Bei OC Oerlikon (-2,9%) scheinen die Chancen, dass der hochverschuldete Konzern mit seinen Kreditgebern zu einer Einigung kommt, zu steigen. Gemäss mehreren übereinstimmenden Zeitungsberichten vom Wochenende fordert Oerlikon-Grossaktionärin Renova von den Banken nur noch einen Verzicht auf Forderungen von rund 250 Mio CHF oder rund 10% der Ausstände. Zu früherer Zeit war diesbezüglich von 20% die Rede gewesen. Allerdings dürfte es durch eine Kapitelerhöhung zu einer massiven Verwässerung kommen. (awp/mc/ps/18)

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