CH-Verlauf: Verluste ausgebaut – Gewinnmitnahmen

Die gegen Ende der Berichtssaison dürftige Nachrichtenlage habe im Verlauf keine Impulse für eine Trendwende gegeben, sagte ein Händler. Es sei auch kein Neugeld in den Markt geflossen, vielmehr hätten Investoren die Gelegenheit für Umschichtungen genutzt.


Zudem habe der deutsche ZEW-Index das Marktgeschehen nicht unbedingt beruhigt, so der Händler weiter. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten trübten sich im Mai trotz der Erholung an den Aktienmärkten überraschend weiter ein. Als weitere Konjunkturdaten stehen am Nachmittag der Chicago Fed National Activity Index sowie die US-Erzeugerpreise für April im Fokus.


Das Blue Chips Barometer SMI verliert bis um 12.00 Uhr 117,35 Punkte bzw. 1,51% auf 7’661,58 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst 1,60% auf 1’180,6 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,41% auf 6’435,56 Punkte.


Bei den defensiven Pharmawerten geraten Roche nach einem positiven Start zunehmend unter Druck. Marktbeobachter verweisen auf eine kritische Studie des US-Finanzkonzerns Citigroup, die den Erfolg des Krebs-Medikaments Avastin unter anderem von Konkurrenzprodukten beeinträchtigt sieht. Roche verlieren in der Folge 0,4% auf 180,60 CHF. Novartis geben 1,6% auf 54,60 CHF ab.


Im Finanzsektor drücken gleich zwei Studien auf die Stimmung. Citigroup hat die Gewinnschätzungen für die heimischen Konkurrenten Goldman Sachs, Lehman Brothers Holdings und Morgan Stanley gesenkt; Lehman Brothers die Prognosen zahlreicher europäischer Banken nach unten angepasst – so auch für Credit Suisse, UBS, Julius Bär und EFG International. UBS verlieren 0,7% auf 32,04 CHF, Credit Suisse büssen 1,8% auf 56,15 CHF ein und Julius Bär 1,9% auf 81,35 CHF.


Grösster Verlierer im SMI ist Adecco mit einem Minus von 4,5% oder 2,90 auf 61,10 CHF. Auch um den Dividendenabschlag von 1,50 CHF bereinigt, schneidet die Aktie schlechter ab als der Markt. Auch andere zyklische Werte wie ABB (-2,2% auf 34,28 CHF) oder Holcim (-1,6% auf 102,30 CHF) verzeichnen Abschläge.


Clariant leiden unter einem negativen Analystenkommentar und geben 3,3% auf 12,09 CHF ab. JP Morgan hatte das Ziel für das Chemieunternehmen von 8 auf 9 CHF angehoben, aber die Einstufung «Underweight» bestätigt. In der Studie heisst es, ein strukturelles Nachlassen des langfristigen Drucks auf Preise und Margen sei bei Clariant nicht zu erwarten.


Richemont notieren 3,3% schwächer auf 66,50 CHF. Morgan Stanley hat aus Bewertungsgründen Rating und Kursziel für den Titel gesenkt. Die Aktien der Branchenkollegin Swatch verlieren 1,3% auf 298,25 CHF.


Einzig Nobel Biocare können um 1,2% auf 41,66 CHF zulegen. Die Dentalimplantateherstellerin hatte am Vortag die weltweite Lancierung seine Implantats «NobelActive» bekanntgegeben.


Im breiten Markt brechen die Aktien des Drehmaschinenherstellers Tornos um 13,2% ein. Das Unternehmen musste für das Auftaktquartal 2008 einen starken Gewinneinbruch melden und eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr aussprechen. Tornos stehen ein paar «stürmische» Quartale bevor, urteilen Analysten.


Dufry (-0,1%) tendieren nach Zahlen leicht schwächer, während Schweizerhall (+1,7%) ihre Erfolgsgeschichte weiterführen. Für den Generika- und Pharmaproduzenten hagelt es seit einer Woche positive Analystenkommentare. (awp/mc/pg)

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