CH-Verlauf: Weiter tiefere Kurse – Banken und Zykliker im Angebot

Zudem mangle es heute an News von SMI-/SLI-Gesellschaften. Deshalb seien viele Marktteilnehmer nach den Vortagesavancen – vor allem in den Finanzwerten und zyklischen Valoren – zu Gewinnrealisierungen geschritten.


Der Analyst hält den Markt derzeit zudem für technisch etwas angeschlagen, nachdem die Marke von 6’800 Punkten im SMI nicht gehalten werde konnte. Eine Korrektur auf ein Niveau von 6’650 Punkten sei durchaus möglich. Die Griechenland-Krise und das kürzliche Anziehen der Zügel asiatischer Notenbanken mahne etwas zur Vorsicht, hiess es weiter. Zudem sei die Konjunkturerholung bzw. die geringe Gefahr eines «double dip» bereits weitgehend eingepreist. Im Rahmen einer Korrektur könnte das Kursniveau nochmals um 3-5% sinken, so der Analyst weiter. Allerdings würden die bei Rückschlägen jeweils wieder einsetzenden Käufe stützen.


Bis um 12.00 Uhr verliert das Blue-Chips-Barometer SMI 0,80% auf 6’749,00 Punkte (bisheriges Tagestief 6’742,23). Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 1,00% auf 1’045,29 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,80% auf 5’987,01 Punkte.


Unter den Finanzwerten können die Banken vor diesem Hintergrund nicht von den heute vorgelegten guten Quartalszahlen der Deutsche Bank und Lloyds Banking profitieren. So verlieren UBS (-1,8%), CS (-1,4%) und Julius Bär (-1,1%) überdurchschnittlich.


Im Assekuranzsektor werden Bâloise (-5,0% oder -4,65 CHF) ex-Dividende von 4,50 CHF gehandelt und können sich somit der Korrektur des Marktes weitgehend entziehen. Der Basler Versicherer profitiere von einer Einigung mit der Signal-Iduna-Gruppe in Sachen Deutscher Ring, hiess es im Handel. Swiss Life (-1,3%), Swiss Re (-1,0%) und ZFS (-0,%) kommen etwas besser weg als die Bankenwerte. Alle drei werden nächste Woche über das erste Quartal berichten.


Unter den konjunktursensitiven Werten fallen SGS (-3,1% auf 1’451 CHF) durch grössere Einbussen auf. Die Titel seien unter Druck geraten, nachdem die Deutsche Bank das Rating auf «Hold» mit unverändertem Kursziel 1’500 CHF gesenkt habe, hiess es unter Marktbeobachtern. Begründet wird die Senkung mit dem nur noch beschränkten Aufwärtspotenzial nach der überdurchschnittlichen Performance der Titel im bisherigen Jahresverlauf.


Clariant (-2,2%) und ABB (-2,1%), Kühne+Nagel (-1,7%) und Holcim (-1,7%) gehören ebenfalls zu den grösseren Verlierern. Auch Richemont (-1,7%) und Swatch (-0,9%) geben wie die meisten Zykliker nach.


Die defensiven Titel kommen wie oft in einem solchen Umfeld etwas besser weg: Roche (+0,1%) stützen etwas. Nestlé (-0,1%) und Novartis (-0,9%) velieren allerdings ebenfalls.


Grösste Kursgewinner im SMI/SLI sind Givaudan (+0,6% auf 948,50 CHF), die laut Händlern von positiven Kommentaren von Kepler und einer Kurszielerhöhung auf 1’050 CHF profitieren. Nobel Biocare (+0,1%) legen im Vorfeld der morgigen Q1-Zahlen leicht zu. Geberit (+0,3%) publizieren am Donnerstag Zahlen.


Im breiten Markt verlieren Transocean (-2,6%). Analysten sehen gestiegene Risiken im Zusammenhang mit der in der Vorwoche gesunkenen Bohrinsel im Golf von Mexiko. Dabei geht es unter anderem um die Kosten der Ölverschmutzung und mögliche Rückstellungen. Nach Zahlen geben Precious Woods (-1,4%) und Straumann (-1,3%) etwas deutlicher nach.


Phoenix Mecano (+5,5%) hat mit Zahlen die Erwartungen deutlich übertroffen, so Marktbeobachter. Orascom (+4,3%) hat eine für heute geplante Aktienkapitalerhöhung vorerst gestoppt. Als Grund werden «irreguläre Handelsaktivitäten mit unüblich hohen Volumen gekoppelt mit einem starken Aktienkursrückgang» angegeben. Zugleich wurden die Prognosen für 2010 bestätigt. Das Papier hatte am Vortag 10% eingebüsst.


In Micronas (+3,0%) würden die Anleger operative Fortschritte honorieren, so ein Marktbeobachter. Weiter profitieren ADB (+1,8%) von einem guten Zwischenbericht. (awp/mc/gh/21)

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