DaimlerChrysler baut 6.000 Verwaltungsjobs ab

Bei den Stellen handele es sich um rund 20 Prozent aller Verwaltungs-Jobs weltweit, teilte der Autobauer am Dienstag in Stuttgart mit. Damit sollen die Verwaltungskosten um rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr verringert werden. Der positive Nettoeffekt auf das Konzernergebnis betrage künftig jährlich eine Milliarde Euro.


Zwei Milliarden Euro Restrukturierungskosten
Die Kosten für die Restrukturierung von zwei Milliarden Euro fallen zwischen 2006 und 2008 an. Wegen des bis 2012 geltenden Beschäftigungspaktes kann der Konzern in Deutschland Mitarbeiter nur durch finanzielle Anreize zu einem Ausscheiden bewegen. Im Vorjahr hatte DaimlerChrysler bereits den Abbau von 8.500 Stellen in der Mercedes Car Group angekündigt. Die Aktie legte am Dienstag nach Bekanntwerden der neuen Pläne um mehr als drei Prozent auf rund 44 Euro zu.


Doppelkapazitäten auf Konzernebene und operativer Ebene abbauen
Konzernchef Dieter Zetsche teilte mit, dass Doppelkapazitäten auf Konzernebene und operativer Ebene abgebaut werden sollen. Dazu gehöre auch, dass die deutschen Vorstandsmitglieder die bisherige Zentrale in Stuttgart-Möhringen verlassen und in das Motoren- Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim umziehen. Dies bedeute, dass die Konzernzentralen zukünftig in Untertürkheim und in Auburn Hills bei Detroit (USA) ansässig sein würden. Der Konzernvorstand werde mit neun Personen zwar gegenüber dem Vorjahr nominell um drei Personen verkleinert, bleibt aber gegenüber der jetzigen Zusammensetzung unverändert.


Konzernbetriebsrat attackiert Stellenabbau
Der Gesamtbetriebsrat kritisierte den erneuten Stellenabbau. «Schon wieder hat der Vorstand eine pauschale Personalabbauzahl verkündet, die von uns nicht akzeptiert wird. Personalabbau wird für den Vorstand offenbar zum zentralen Mittel der Effizienzsteigerung im Unternehmen», sagte Konzernbetriebsratschef Erich Klemm am Dienstag. Die Arbeitnehmervertreter haben den von DaimlerChrysler angekündigten Abbau von 6.000 Stellen in der Verwaltung attackiert. «Schon wieder hat der Vorstand eine pauschale Personalabbauzahl verkündet, die von uns nicht akzeptiert wird. Personalabbau wird für den Vorstand offenbar zum zentralen Mittel der Effizienzsteigerung im Unternehmen», sagte Konzernbetriebsratschef Erich Klemm am Dienstag.


Zustimmung der Arbeitnehmer allein für Neuordnung der Ressortverteilung im Vorstand
Die Zustimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat gelte allein der Neuordnung der Ressortverteilung im Vorstand, sagte Klemm. Alle anderen Themen seien nicht Gegenstand von Beschlüssen gewesen. Klemm betonte, Kündigungen seien durch den Beschäftigungspakt bis 2012 in Deutschland ausgeschlossen. «Sollte der Vorstand also einen Personalabbau anstreben, kann dieser ausschließlich freiwillig und mit sozialverträglichen Maßnahmen stattfinden.»


Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns
Mit dem neuen Führungsmodell will der neue Konzernchef Dieter Zetsche die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns verbessern. Der Aufsichtsrat habe der neuen Ressortverteilung im Vorstand bereits zugestimmt. Zetsche selbst bleibt in Doppelfunktion Konzernchef und Leiter der Mercedes Car Group. Finanzchef Bodo Uebber behält die Verantwortung für Finanzen und Controlling sowie DaimlerChrysler Financial Services in Berlin. Strategie-Vorstand Rüdiger Grube verantwortet neben dem Ressort Konzernentwicklung nun auch die Informationstechnologie (IT) und ist im Vorstand für die Beteiligung EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) zuständig. Die konzernweite Forschung und Technologie sowie die Entwicklung der Mercedes Car Group werden noch stärker beim Entwicklungschef Thomas Weber zusammengeführt. Neu strukturiert wird auch die Sparte Nutzfahrzeuge. Der von Vorstandsmitglied Andreas Renschler geleitete Geschäftsbereich wird unter dem Namen Truck Group auf das Kerngeschäft Lkw fokussiert. Die Ergebnisse des Bus- und Transportergeschäfts werden künftig in einem anderen Segment ausgewiesen. Zur Truck Group gehören in Zukunft die Bereiche Trucks Europe/Latin America (Mercedes-Benz), Trucks NAFTA (Freightliner, Sterling, Thomas Built Buses), Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation sowie Truck Product Creation. (awp/mc/gh)

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