Dana leitet Insolvenz ein – Die Misere der US-Autoindustrie

Die Geschäfte werden nun unter Aufsicht eines New Yorker Insolvenzrichters fortgeführt, der die Gruppe sanieren will. Dana ist bereits der vierte grosse US- Autozulieferer, der innerhalb der vergangenen 13 Monate ein Insolvenzverfahren eingeleitet hat. Das Unternehmen gehört zu den weltweit agierenden Herstellern von Achsen, Bremsen und anderen Autoteilen.


Insolvenzen und Krisen

Zuvor hatten der Branchenführer Delphi Corporation sowie Collins & Aikman Corp und Tower Automotive Inc diesen Schritt vollzogen. Die beiden grössten US-Autokonzerne General Motors (GM) und Ford stecken in der Krise. Sie wollen in den kommenden Jahren insgesamt 60.000 nordamerikanische Stellen streichen und zahlreiche Fabriken schliessen. GM, Ford und Chrysler drängen die Zulieferanten auf ständig neue Preisabschläge.

Insolvenzverfahren bekannt gegeben

Das Dana-Insolvenzverfahren wurde am Freitag in New York eingeleitet und nach Börsenschluss bekannt gegeben. Die Dana-Töchter in Europa, Südamerika, im asiatisch-pazifischen Raum, in Kanada und in Mexiko seien nicht in das Insolvenzverfahren einbezogen, hiess es.

Anhaltender Umsatzschwund

Dana mit Sitz in Toledo (Bundesstaat Ohio) begründete den Gang zum Insolvenzgericht mit dem anhaltenden Umsatzschwund, der durch fallenden Marktanteile und das schrumpfende Produktionsniveau seiner grössten heimischen Kunden verursacht worden sei. Hinzu sei der scharfe Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise gekommen, mit dem die erzielten Kostenersparnisse nicht Schritt gehalten hätten. Die Liquidität sei durch die allgemeine Finanzlage der Branche schwer beeinträchtigt worden. Dana konnte auch seine Kreditfazilitäten nicht mehr termingerecht erneuern oder ausweiten.

Aktie durch Spekulation eingebrochen

Die Dana-Aktien waren wegen der vorangegangenen Insolvenzspekulationen von einem Zwölfmonatshoch von 17,03 Dollar auf nur noch 0,66 Dollar eingebrochen. Der Handel mit Dana-Aktien wurde von der New Yorker Börse mit sofortiger Wirkung suspendiert.

Wichtiger Zulieferant

Die Dana-Gruppe hatte in den ersten neun Monaten 2005 einen Umsatz von 7,5 Milliarden Dollar. Dabei fiel ein Verlust von 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro) an. Das Unternehmen machte rund 4,5 Milliarden Dollar Umsatz in Nordamerika und 1,5 Milliarden Dollar in Europa. Die Gesellschaft beschäftigt weltweit 46 000 Mitarbeiter, beliefert fast alle grossen Autohersteller und ist in 28 Ländern vertreten. Dana ist auch wichtiger Zulieferant der Lkw- und Nutzfahrzeughersteller.

Schutz vor den Gläubigern

Das Insolvenzverfahren im Rahmen des Kapitel Elf des US-Insolvenzrechtes bietet temporären Schutz vor den Gläubigern und ermöglicht eine Fortführung der Geschäfte sowie Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines Insolvenzrichters. Dana wolle sich finanziell und operativ sanieren, kündigte Konzernchef Michael J. Burns an.

Kreditzusagen gesichert

Das Unternehmen sicherte sich Kreditzusagen von 1,45 Milliarden Dollar von der Citigroup , der Bank of America und JP Morgan Chase. Burns will bereits geplante Spartenverkäufe, Betriebsschliessungen und die Produktionsverlagerung in kostengünstigere Standorte fortführen. (awp/mc/ab)
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