Dubai World-Chairman Bin Sulayem: «Westliche Bedenken treiben arabische Staatsfonds gen Osten.»

von Gérard Al-Fil


 


«Go East», könnte schon bald das Motto der nahöstlichen Staatsfonds, der Souvereign Wealth Funds (SWF), lauten, sollte jeder Einstieg der SWF bei westlichen Konzernen in Frage gestellt werden. Diese Meinung vertritt Ahmed Bin Sulayem, Chairman des Firmenkonglomerats Dubai World. Er ist auch Chairman der Dubaier Hafengsellschaft DP World, die nach ihrer Akquisition der britischen Konkurrentin P&O für 6.8 Mrd. Dollar im März 2006 die Kontrolle über sechs US-Häfen erlangte, diese Assets jedoch aufgrund von Widerständen im US-Senat abtreten musste. Dubai World ist zwar kein SWF (die Holding finanziert ihre Akquisitionen mehrheitlich über Kredite und Islamic Bonds), doch ist die Gruppe bestrebt ihr globales Portfolio im Rahmen der Strategie «Dubai: Vision 2015» auszubauen. Dubai World investiert bereits in Firmen aus über 100 Städten weltweit.


 


Selektive Wahrnehmung?


Ganz unbegründet ist Sulayman’s Kritik indes nicht. So jubelt man in Europa und den USA, wenn die Flugzeughersteller Airbus bzw. Boeing Aufträge in Milliardenhöhe aus Dubai, Doha und Bahrain an Land ziehen. Steigt jedoch ein nahöstlicher SWF bei westlichen Unternehmen ein, so löst dies reflexartige Bedenkene bei den staatlichen Regulatoren aus.


 


Neue «Achse der Renditen»


Unterdessen nähern sich die GCC-Staaten und der Ferne Osten ökonomisch immer weiter an. Beispiele: Die chinesiche Grossbank ICBC ist seit letzem Jahr im Dubai International Financial Centre (DIFC) ansässig und finanziert Ölbohrungen in Abu Dhabi. Der Immobilienkonzern Damac Properties baut in der chinesichen Hafenstadt Tianjin östlich von Peking eine 3.6 Mrd. Dollar teure Geschäfts-City. Der südkoreanische Baukonzern SungWon zeichnet seit 2006 gemeinsam mit Dubai Properties für den Bau von Wohn- und Bürosiedlungen im Wert von 410 Mio. Dollar in der Golfmetropole verantwortlich. Und die Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG hat Ende 2007 in Dubai ein Japan-Desk eröffnet und liefert Marktstudien über das Golfemiart für Mittelost-orientierte Konzerne aus Nippon.

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