EADS setzt auf Geschäft mit Sicherheit

«Die Sicherheitslage der Welt ist dramatisch komplexer geworden», sagte Zoller. Das Wachstum in diesem Bereich sei daher nur durch Kriterien wie die Zahl der verfügbaren Ingenieure begrenzt.


Stärkere globale Ausrichtung gefordert
Das europäische Unternehmen stattet mittlerweile ganze Länder wie beispielsweise Saudi-Arabien mit Systemen zur Grenzsicherung aus. Aber auch bei der Terrorabwehr, bei Einsätzen gegen Menschenschmuggel oder Piraterie könnten Sicherheitslösungen zum Einsatz kommen, die beispielsweise Radartechnologie und spezielle Kommunikationseinrichtungen umfassen. Generell müsse sich der Konzern angesichts schrumpfender europäischer Märkte stärker global ausrichten, sagte Zoller. Grosse Chancen sehe er vor allem in Schwellenländern wie Indien und Brasilien, in denen auch Produktion angesiedelt würde. Dadurch könnten die bestehenden Arbeitsplätze an europäischen Standorten gesichert werden, erwartet Zoller.


Aufklärungsdrohne «Talarion» auf der Kippe?
Wichtigster Bereich der Sparte mit einem Gesamtumsatz von zuletzt 5,3 Milliarden Euro ist die militärische Luftfahrt mit dem Kampfflugzeug Eurofighter. Zuletzt sorgten milliardenschwere Sparpläne mehrerer EU-Staaten in den Verteidigungsetats für Unruhe bei dem Konzern. So soll die Aufklärungsdrohne «Talarion» auf der Kippe stehen. Zoller hob am Montagabend die Bedeutung des Milliarden-Projekts hervor, in dem er die Zukunft der europäischen Kampfflugzeug-Industrie sieht. «Auch im zivilen Luftraum werden wir künftig immer häufiger unbemannt fliegen», sagte der Chef der EADS- Rüstungssparte. Das Projekt habe sogar ein noch grösseres Potenzial als der Eurofighter.


Suche nach «kreativen Lösungen»
Von Kürzungen beim Eurofighter wollte der Konzern bisher nichts wissen, doch hatte EADS-Chef Louis Gallois erst kürzlich bei der Luftfahrtmesse in Farnborough etwas versöhnlichere Töne angeschlagen. Auch Zoller sagte am Montagabend: «Wir müssen kreative Lösungen finden.» Es könne aber nicht einfach um Abbestellungen gehen, zumal mehrere Länder an dem Projekt beteiligt seien und es Verträge gebe. Insgesamt hatten die Partnernationen 620 Eurofighter bestellt. Die Diskussion um die Strukturreform der Bundeswehr dürfe sich derweil nicht nur um eine Abschaffung der Wehrpflicht drehen, sagte Zoller. Es gehe um die Zukunftsausrichtung der Industrie. Daher müsse geklärt werden, wie die Streitkräfte künftig eingesetzt werden und welches Land in Europa künftig welche Aufgabe übernehme. (awp/mc/ps/16)

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