EU-Ausblick: Leichte Gewinne nach überraschend guten Intel-Zahlen

Der Future auf den EuroStoxx 50 lässt einen 0,30 Prozent höheren Start des europäischen Leitindex erwarten. Den Londoner FTSE 100 taxierte BGC Partners 0,16 Prozent höher.


Die US-Standardwerte-Indizes hatten am Vortag mit Gewinnen geschlossen. Der Future auf den Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) stand am Morgen allerdings trotz der guten Intel-Zahlen seit dem Handelsschluss an den europäischen Börsen 0,20 Prozent tiefer. Die Aussicht auf Gewinnmitnahmen an der Wall Street dämpfe am Morgen die Kauflaune an den europäischen Börse, hiess es von Händlern. In Japan ging die Börse am Morgen mit Kursverlusten aus dem Handel.


Bei den Einzelwerten stehen grosse europäische Technologiewerte im Mittelpunkt des Interesses. An erster Stelle dürften die unerwartet starken Intel-Zahlen auch die Aktien der europäischen Chiphersteller beeinflussen, wie zum Beispiel die Papiere der niederländischen ASML Holding und der Schweizer STMicroelectronics. Ausserdem dürften auch die Aktien der niederländischen Philips Electronics das Interesse der Anleger auf sich ziehen.


Im Handelsverlauf sollten die Investoren aber auch Bankwerte im Blick haben. Am frühen Nachmittag wird die US-Grossbank JP Morgen ihre mit Spannung erwartetet Bilanz für das abgelaufene Quartal veröffentlichen und damit weitere Hinweise über die Geschäftsentwicklung in der Finanzbranche liefern.


Dann blicken die Investoren auch auf die Aktien der französischen Supermarktkette Carrefour. Der Konzern veröffentlichte gestern nach Börsenschluss Umsatzzahlen. Der französische Einzelhändler verbuchte im vierten Quartal einen leichten Umsatzanstieg. Die Erlöse erhöhten sich währungsbereinigt um 1,2 Prozent auf 25,99 Milliarden Euro. Zuvor hatte der belgische Mitbewerber Delhaize Group noch mit einem kräftigen Umsatzeinbruch im vierten Quartal die Anleger an den europäischen Börsen enttäuscht und auch die Aktien von Carrefour mit nach unten gezogen.


Ausserdem meldete der französische Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard am späten Vorabend Geschäftszahlen. Der Konzern musste in der ersten Geschäftsjahreshälfte einen Rückgang des vergleichbaren Nettoumsatzes um etwa drei Prozent hinnehmen. Nach einem Rückgang um vier Prozent im ersten Quartal seien die Erlöse im zweiten Jahresviertel noch um zwei Prozent gefallen. Für das Gesamtjahr rechnet Pernod Ricard allerdings weiter mit einem Gewinnplus von ein bis drei Prozent.


Schliesslich dürften einzelne Werte auch durch Analystenkommentare bewegt werden. So stuften beispielsweise die Experten der Citigroup die Aktien des britisch-australischen Bergbaukonzerns Rio Tinto trotz glänzender Produktionszahlen vom Vortag von zuvor «Buy» auf «Hold» zurück. Dann stufte die ING-Bank die Aktien des französischen Ölkonzern Total ebenfalls von «Buy» auf «Hold» nach unten. Ausserdem senkte Nomura die Bewertung der Aktien des Konsumgüterkonzerns Unilever von «Buy» auf «Reduce». (awp/mc/ps/06)

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