EU-Ausblick: Uneinheitlich – Banken wegen Credit Suisse im Fokus

Am Freitag war der Index um 1,45 Prozent auf 4.270,53 Zählern gefallen. Finspreads sieht den britischen Leitindex FTSE 100 in London bei 6.337 Punkten, nachdem er am Freitag 2,02 Prozent tiefer bei 6.348,50 Punkten aus dem Handel gegangen war. Der Dow Jones hatte nach Börsenschluss in Europa belastet von neuen Rezessionssorgen noch 97 Punkte verloren und sehr schwach geschlossen. Die NASDAQ-Indizes büssten rund vier Prozent ein. Die asiatischen Börsen tendierten am Morgen schwach bis sehr schwach.


Bankenwerte dürften aufgrund von Nachrichten der Credit Suisse Group in den Fokus geraten. Die Schweizer Grossbank ist der Wochenzeitung «Sonntag» zufolge stärker von der US-Hypothekenkrise betroffen als bislang angenommen. Wegen Schwierigkeiten bei schwach besicherten Kreditpapieren sei für das vierte Quartal eine weitere Wertberichtigung von 2,5 Milliarden Schweizer Franken notwendig. Die Meldung ist einer ersten Händlereinschätzung zufolge nicht entscheidend, reihe sich aber in die Vielzahl der negativen Nachrichten wegen der Kreditkrise ein. Allerdings zeige sie auch, dass der Druck auf dem Sektor erhalten bleibe.


Northern Rock steht mit zusätzlichen Nachrichten im Blick. Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» hat der britische Hedge-Fonds RAB Capital PLC die übrigen Anteilseigner der angeschlagenen britischen Hypothekenbank formell aufgefordert, auf der ausserordentlichen Hauptversammlung von Northern Rock am 15. Januar ihre Forderungen an die Briten zu unterstützen. Northern Rock unterstütze die Offerte eines von der Virgin Group geführten Konsortiums, wogegen RAB das Angebot einer Interessentengruppe um die Investmentgruppe Olivant Advisors favorisiere.


BT-Titel könnten ebenfalls auf Interesse stossen. Der US-Softwarekonzern Microsoft kooperiert bei seiner Spielekonsole Xbox mit dem britischen Telekomkonzern. Die Breitbandkunden von BT könnten über die Xbox Zugang zu Spielen und Fernsehfilmen erhalten, teilte Microsoft mit. Der Dienst werde zur Jahresmitte eingeführt.


Im Auge behalten werden sollten auch Chipwerte wie ASML Holding . An der Wall Street hatten die Aktien von Unternehmen der Halbleiterbranche am Freitag empfindliche Kursverluste erlitten. Intel-Papiere gaben über acht Prozent ab und näherten sich ihrem Tief von Mitte August. Die Analysten von JP Morgan hatten die Aktien von «Overweight» auf «Neutral» herabgestuft und auf einen Rückgang bei den Chipaufträgen sowie auf hohe Lagerbestände als Belastungsfaktor verwiesen.


Die Aktie von Telecom Italia dürfte ebenfalls einen Blick wert sein. Der Telekomkonzern will sich nach einem Pressebericht aus Frankreich zurückziehen. Die Festnetztochter Alice sei zum Verkauf gestellt worden, berichtete die französische Tageszeitung «Le Figaro» (Montagausgabe). Mit dem Verkaufsprozess sei die Investmentbank Calyon, eine Tochter von Credit Agricole , beauftragt worden.


Einige Werte könnten auch von Analystenkommentaren bewegt werden. So hat Lehman Brothers den europäischen Mediensektor von «Overweight» auf «Neutral» abgestuft. ING stufte die Papiere des Ölkonzerns TOTAL von «Hold» auf «Buy» hoch, und Dresdner Kleinwort senkte Titel der Supermarktkette Carrefour von «Buy» auf «Add». (awp/mc/ab)

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