EU-Eröffnung: Leichte Verluste – Zahlen im Blick, Swiss Re mit Kurssprung

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) hatte sich am Vortag zwar von seinem zum Handelsende in Europa markierten Tagestief um 56 Punkte erholt, schloss aber wie alle US-Börsen schwächer. Zudem stand der Future auf den Dow-Jones zuletzt 30 Punkte tiefer. Die Vorgaben aus Asien sind eindeutig negativ: So ging der Nikkei-225-Index in Tokio mit einem Abschlag von 2,32 Prozent sehr schwach aus dem Handel, der Hang Seng Index verlor 1,10 Prozent. Am Nachmittag geben in den USA die Daten zu den persönlichen Einkommen und Ausgaben sowie vor allem der Chicago Einkaufsmangerindex und das von der Uni Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen neue Impulse.


Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 verlor am Vormittag 0,24 Prozent auf 3.775,18 Punkte. Der STOXX 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, sank um 0,38 Prozent auf 3.227,22 Zähler. Der Euronext 100 gab um 0,03 auf 863,85 Punkte nach. In Paris büsste der CAC 40 0,08 Prozent auf 4.861,40 Punkte ein. Der Londoner FTSE 100 notierte 0,05 Prozent tiefer auf 5.962,80 Zählern. Nach den deutlichen Vortagesverlusten stützten jedoch kleinere Käufe den Markt, meinen Börsianer. Zudem habe der Future auf den Dow Jones-Index zuletzt seine Verluste leicht reduziert.


Die Berichtssaison nimmt zum Wochenausklang zwar eine kleine Atempause, steht aber dennoch im Mittelpunkt des Interesses. Aktien der Swiss Re sprangen in Zürich nach Zahlen um 5,32 Prozent auf 84,20 Franken an. Der weltgrösste Rückversicherer hat im vergangenen Jahr einen geringeren Gewinnrückgang erlitten als befürchtet und sein Renditeziel erhöht. Der Reingewinn liege über den Erwartungen und die weiteren Abschreibungen auf das Kreditportfolio dürften geringer ausfallen als befürchtet, kommentierten Analysten positiv. Swiss Re kündigte zudem die Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms auf 7,75 Milliarden Franken an.


Dagegen brachen Kudelski nach einem Gewinnrutsch um 16,01 Prozent auf 14,48 Franken ein. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Nettogewinn um 51,3 Prozent auf 67,4 Millionen Schweizer Franken gefallen, teilte das auf digitale Sicherheitssysteme spezialisierte Unternehmen mit. Damit verfehlte Kudelski die Erwartungen des Marktes deutlich. Zudem soll die Dividende um die Hälfte gekappt werden.


In Paris gaben Vivendi um 0,30 Prozent auf 26,57 Euro nach. Der französische Medienkonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Gewinn gesteigert. Der bereinigte Überschuss stieg von 2,61 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,83 Milliarden. Die Anteilseigner über eine um 8,3 Prozent auf 1,30 Euro je Aktie erhöhte Dividende am Gewinnplus beteiligt werden.


Rhodia sanken nach negativen Analystenreaktionen auf die Zahlen vom Vortag um 1,59 Prozent auf 16,72 Euro. Die Citigroup senkte ihr Votum für die Papiere des französischen Chemiekonzerns in Erwartung weiterer Kostensteigerungen und sinkender Margen von «Buy» auf «Hold» und reduzierte das Kursziel von 42 auf 19 Euro. Die Analysten der SocGen stuften auf «Hold» ab, Cheuvreux nahm ihre Empfehlung von «Outperform» auf «Underperform» zurück. Für Papiere der Societe Generale ging es indes um 2,83 Prozent auf 72,29 Euro nach oben. Lehman Brothers hat die Bankaktien von «Underweight» auf «Overweight» hochgestuft und ein Kursziel von 92 Euro angegeben. Die Übernahmespekulationen begrenzten das Kursrisiko.


Schroders sprangen in London um 4,90 Prozent auf 889,00 Pence an. Morgan Stanley hat die Papiere des Vermögensverwalters nach dem starken Kursrückgang von «Underweight» auf «Equal-weight» angehoben und ein Kursziel von 1.160 Pence angegeben. Morgan Stanley hat die Papiere des britischen Vermögensverwalters nach dem starken Kursrückgang von «Underweight» auf «Equal-weight» angehoben und ein Kursziel von 1.160 Pence angegeben. Zu diesem Ziel habe die Aktie ein erhebliches Kurspotential und sollte zunächst nicht mehr untergewichtet werden. Die fundamentalen Risiken durch abfliessende Fondsmittel sowie im Asien- und Rohstoffgeschäft blieben.


Gemischte Reaktionen gab es auf die Zahlen von WPP und Capita : Der Werbe- und Marketingkonzern WPP hat nach einer leichten Steigerung von Umsatz und Vorsteuergewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr die Dividende um 20 Prozent auf 9,13 Pence je Aktie angehoben. Das Aktienrückkaufprogramm soll auch in 2008 fortgesetzt werden. WPP-Aktien rückten um 0,57 Prozent auf 615,00 Pence vor.


Capita fielen indes um 2,12 Prozent auf 668,00 Pence. Der Outsourcing-Spezialist hat seinen bereinigten Vorsteuergewinn gesteigert und die Dividende um 33 Prozent auf 12 Pence je Aktie erhöht. Capita äusserte sich zudem positiv zum Start des Geschäftsjahres. Börsianern zufolge haben die Zahlen allerdings keine Überraschungen geboten und damit keinen positiven Impuls gegeben. Die Experten von Deutsche Bank und Kepler bestätigten in ersten Reaktionen allerdings ihre Kaufempfehlungen. (awp/mc/gh)

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