EU-Schluss: Schluss: Schwächer – Gewinnmitnahmen zum Quartalsende

Auch der französische Leitindex hatte mit 3.782 Punkten am Nachmittag noch deutlich im Plus gelegen. Der Londoner FTSE 100 ging mit einem Abschlag von 0,37 Prozent bei 5.548,62 Punkten aus dem Handel.


Der EuroStoxx beendete den September dennoch mit einem Kursgewinn von 4,76 Prozent. Für das ebenfalls abgelaufene Quartal steht sogar ein Aufschlag von 6,78 Prozent zu Buche. Marktteilnehmer begründeten die Verluste daher auch mit Gewinnmitnahmen. Der beste Dreimonatszeitraum seit langem habe dazu eingeladen. Überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA hätten zwar für Optimismus gesorgt, die Anleger jedoch letztlich nicht davon abgehalten, aufgelaufene Buchgewinne zu realisieren.


Mit den grössten Verlusten im marktbreiten Stoxx 600 fiel der Touristik- und Freizeitsektor auf. Verantwortlich hierfür war vor allem das Cateringunternehmen Compass Group, das die Analysten trotz einer Steigerung mit den Wachstumsraten des beendeten zweiten Geschäftshalbjahres enttäuschte. Compass-Papiere waren mit minus 3,81 Prozent auf 535,35 Pence schwächster Wert im «Footsie«.


Auch der Bankensektor stand erneut unter Druck. Der Branchenindex schloss auf dem Niveau von Ende August, nachdem er im Monatsverlauf zwischenzeitlich um acht Prozent angezogen hatte. Börsianer sehen den Sektor als grösstes Opfer der Unsicherheit um die Entwicklung einiger Staaten der Eurozone. Irland muss dringend weitere Milliarden in das angeschlagene Bankensystem pumpen. Zudem hat Moody`s die Kreditwürdigkeit Spaniens abgestuft, auch wenn das einem Händler zufolge erwartet wurde. Ein Marktstratege sprach zudem von Zweifeln über den Erfolg staatlicher Massnahmen zur Konjunkturerholung.


Aktien der Credit Agricole rutschten mit minus 3,45 Prozent auf 11,465 Euro an das Ende des europäischen Leitindex. Auf den weiteren Plätzen folgten ebenfalls sehr schwache Anteile der Societe Generale und BNP Paribas. Eindeckungen von Leerverkäufen und positive Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann trieben Deutsche Bank-Aktien dagegen mit einem Aufschlag von 2,25 Prozent einen Tag vor Ende des Bezugsrechtehandels an die EuroStoxx-Spitze. Den Unicredit-Aktien half indes, dass das italienische Institut laut «Wall Street Journal Europe» (WSJE) Federico Ghizzoni, den bisherigen Leiter des Osteuropa-Geschäfts, zum neuen Chef machen dürfte. Sie stiegen gegen den negativen Branchentrend um 1,68 Prozent auf 1,8720 Euro.


Die angeschlagene Allied Irish Banks (AIB) braucht bis Jahresende drei Milliarden Euro, was die Anteilsscheine um 7,61 Prozent auf 0,510 Euro sinken liess. Im Tief stürzten sie gar auf 0,373 Euro ab.


Nokia-Titel kletterten um 2,22 Prozent auf 7,3700 Euro, nachdem der finnische Handy-Hersteller mit der Auslieferung seines neuen Smartphone-Flaggschiffes N8 begonnen hat.


Bester Sektor war während des Pariser Autosalon der Automobil- und Zuliefersektor. Angeführt wurde er von Fiat-Aktien, die um 3,19 Prozent auf 11,320 Euro zulegten. Die argentinische Tochtergesellschaft des italienischen Fahrzeugbauers erwartet eine Verdreifachung ihrer Produktion binnen zwei Jahren, sollte die Nachfrage aus Brasilien weiter steigen. Indes dementierte Konkurrent Daimler ein Interesse an der Fiat-Lastwagensparte Iveco oder dem Industriegeschäft, das Fiat abspalten und im Januar als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen will. (awp/mc/gh/35)

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