EU-Schluss: Schwach – Vierte Verlustwoche in Folge

Der Handel an Wall Street lieferte ebenfalls negative Vorgaben, nachdem sich das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima im Juli stärker als erwartet eingetrübt hat.


Der EuroSTOXX 50 rutschte nach der Zwischenerholung vom Donnerstag wieder um 1,40 Prozent ab auf 2.281,47 Punkte. Er verlor damit auf Wochensicht 4,00 Prozent und ging auf dem Niveau von Ende April aus dem Handel. In Paris tauchte der CAC-40-Index um 1,42 Prozent unter die Marke von 3.000 Punkten ab auf 2.983,10 Zähler. Der Londoner FTSE 100 büsste 0,76 Prozent auf 4.127,17 Punkte ein.


Schwächste Subindizes im marktbreiten STOXX-600-Index waren Bau, Versicherungen, Pharma und Rohstoffe. Leichte Gewinne verbuchten im Schnitt nur Einzelhandelstitel und Immobilienwerte.


Finanzwerte schlossen im Minus: Aegon-Aktien verloren als schwächster Wert des EuroSTOXX 4,42 Prozent auf 3,719 Euro. Aktien der ING Groep sanken um 3,94 Prozent auf 6,388 Euro und Papiere der UniCredit büssten 3,58 Prozent ein auf 1,6450 Euro. Grösster von lediglich drei Gewinnern des Leitindex waren Iberdrola mit plus 1,22 Prozent auf 5,3750 Euro.


Pharmawerte standen europaweit unter Druck: Anteile von Sanofi-Aventis sanken um 2,26 Prozent auf 41,25 Euro, Roche-Aktien verloren 2,42 Prozent auf 145,40 Franken. GlaxoSmithKline gingen um 1,23 Prozent tiefer bei 1.092,88 Pence aus dem Handel. Novartis verbilligten sich um 1,71 Prozent auf 42,56 Franken. Die Schweizer werden in der kommenden Woche als erster grosser Pharmawert ihre Bilanz für das zweite Quartal veröffentlichen. Der Sektor konnte sich dem Abwärtstrend der vergangenen Wochen zunächst entziehen, zeigte zuletzt aber ebenfalls Schwäche. Die Anleger hätten den defensiven Charakter der Papiere beiseite geschoben, sagten Börsianer. Die Stimmung werde jetzt vom harten Wettbewerb in der Branche, Problemen mit der Entwicklung neuer und harter Generikakonkurrenz für etablierte Medikamente bestimmt.


Ölwerte tendierten ebenfalls schwach, nachdem der US-Ölkonzern Chevron Corp. am Vorabend einen düsteren Ausblick vorgelegt hatte und warnte, der starke Rückgang bei den Raffinier-Margen werde auf die Gewinne im zweiten Quartal drücken. Zudem wurde der Sektor von den erneut kräftigen Verlusten bei den Ölpreisen belastet. Im Londoner «Footsie» büssten Tullow Oil 1,28 Prozent auf 849,96 Pence ein. Auch Royal Dutch Shell und BP gaben nach. Im EuroSTOXX 50 verbilligten sich TOTAL um 1,68 Prozent auf 35,985 Euro und Eni um 0,94 Prozent auf 15,86 Euro.


Renault verloren 1,52 Prozent auf 22,395 Euro. Der Chef des französischen Autobauers, Carlos Ghosn, erwartet auch im kommenden Jahr kein Ende der Autokrise und warnt vor einem abrupten Wegfall der staatlichen Abwrackprämien. 2010 werde so schwierig wie 2009, sagte der Vorstandschef am Freitag in einem Interview mit dem Radiosender «Europe1». In Europa und Japan werde die Erholung am längsten dauern.


An der Börse in Stockholm waren Ericsson mit plus 1,10 Prozent auf 73,60 Kronen gefragt. Der Netzausrüster wird künftig das Mobilfunk- und Festnetz des US-Telekomkonzerns Sprint Nextel betreiben. Der Vertrag laufe über die kommenden sieben Jahre und habe einen Gesamtwert zwischen 4,5 und 5 Milliarden US-Dollar, teilten beide Unternehmen am Vorabend mit. (awp/mc/pg/32)

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