EU-Verlauf: Tech-Werte helfen Börsen wieder ins Plus – Fed im Blick

Dennoch herrsche eine gewisse Anspannung und Zurückhaltung vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Abend und einigen Konjunkturdaten am Nachmittag. «Die Kursrally am Markt wurde getragen von der Hoffnung auf eine Besserung der Wirtschaftslage. Nun müssen die Beweise folgen, um die Kurse zu stützen», sagte ein Händler. Unterdessen prognostizierte die OECD ein baldiges Ende der Rezession.


Starke Zahlen des US-Softwarekonzerns Oracle sorgten für gute Stimmung im Sektor. So gewannen Capgemini 0,55 Prozent auf 24,815 Euro. Unterdessen zeigten sich STMicroelectronics mit plus 1,04 Prozent auf 5,144 Euro unbeeindruckt von einer Allianz zwischen Intel und Nokia für das mobile Internet. Die UniCredit erwartet, dass der Einfluss dieser Zusammenarbeit auf die Konkurrenz in Europa für 2009 und 2010 noch recht gering sein dürfte. Dennoch könne Intel zu einem starken Konkurrenten für Handychips werden, so Analyst Gerhard Schwarz. Aktien von Nokia stiegen um 2,74 Prozent auf 10,49 Euro. Hier stützten Händlern zufolge auch Gerüchte um eine Prognoseerhöhung. Zudem sicherte sich das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) eine Kreditlinie von zwei Milliarden Euro.


Minen- und Stahlwerte waren europaweit unter den Gewinnern, nachdem bereits in Asien die Branche zu den Favoriten gehörte. In London verteuerten sich Anglo American 4,3 Prozent auf 1.723,50 Pence. Nach den Fusionshoffnungen Anfang der Woche mit Xstrata rücke nun ein möglicher Verkauf der Baumaterialsparte Tarmac in den Blick, schrieb die «FT». Auch andere Minenwerte wie Rio Tinto oder Kazakhmys waren gefragt. ArcelorMittal stiegen um 4,18 Prozent auf 23,30 Euro. Dem Stahlkonzern zufolge wird China bei einer Erholung der weltweiten Stahlnachfrage eine Schlüsselrolle einnehmen.


Aktien der BNP Paribas profitierten von positiven Studien und legten um 3,13 Prozent auf 45,28 Euro zu. Die Citigroup hob das Kursziel von 50,00 auf 55,00 Euro an und rät unverändert zum Kauf. Grund für das neue Ziel sei das mittlerweile wieder freundlichere Kapitalmarktumfeld, schrieb Analyst Kimon Kalamboussis in einer Studie. Die Analysten der SocGen stuften die Titel derweil von «Hold» auf «Buy» hoch.


Unterdessen gewannen Air France-KLM 2,746 Prozent auf 8,987 Euro. Händler verwiesen insbesondere auf eine positive Studie als Antrieb. Morgan Stanley hob die Einschätzung für die Titel der französischen Fluggesellschaft von «Equal-weight» auf «Overweight». Bei Air France-KLM sei mittelfristig mit Ergebnisverbesserungen zu rechnen, hiess es. Zudem hat sich das Unternehmen mittels einer Wandelanleihe 661 Millionen Euro beschafft.


Ferner waren defensive Werte wie beispielsweise Pharmatitel nicht mehr gefragt. GlaxoSmithKline verloren 1,57 Prozent auf 1.095,00 Pence. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Versuchsmedikament Rezonic gegen Übelkeit bei Krebspatienten oder nach Operationen zunächst nicht zugelassen. Auch die Titel der Konkurrenten Shire Pharmaceuticals und AstraZeneca gaben nach. Zudem begrenzten einige Dividendenausschüttungen wie von Friends Provident oder Experian die Gewinne im «Footsie». (awp/mc/ps/18)

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